Baustart in Lubmin nicht vor 2009

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28. September 2008, 07:39 Uhr

Stralsund/Lubmin - Der ursprünglich für 2008 anvisierte Baustart für das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald verschiebt sich. Die zuständige Genehmigungsbehörde rechnet nicht mehr mit einem Abschluss des Genehmigungsverfahrens in diesem Jahr.

Als Grund nannte der Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (StAUN) in Stralsund, Reinhard Stahlberg, die umfangreichen Anhörungsverfahren, die voraussichtlich bis Ende November andauern werden. Danach müssten die Ergebnisse der Anhörung ausgewertet und abgewogen werden. Zudem steht noch eine Stellungnahme der EU-Kommission zu dem Vorhaben aus. Diese Stellungnahme müsse in den Entscheidungsprozess einfließen, sagte der Amtschef. Insofern sei eine Entscheidung in diesem Jahr „nicht realistisch“.

In den vergangenen eineinhalb Monaten sind in den Ämtern knapp 3000 Einwendungen gegen das in Lubmin geplante 1600-Megawatt-Kraftwerk des dänischen Investors Dong Energy eingegangen. Zusammen mit den Stellungnahmen aus einem ersten Verfahren Anfang des Jahres müssen die Mitarbeiter des StAUN in den nächsten Wochen rund 9000 Einwendungen, darunter auch die der Naturschutzverbände WWF, Nabu und Bund, bearbeiten.

Der Energiekonzern geht ebenfalls nicht mehr – wie ursprünglich geplant – von einer Genehmigung und einem Baubeginn im Jahr 2008 aus. „Wir hoffen auf einen positiven Bescheid im ersten Quartal 2009“, sagte Dong-Energy-Sprecher Michael Deutschbein. Damit werde sich zwar der geplante Baustart verschieben. Für die Inbetriebnahme des Kraftwerks, dessen Baukosten inzwischen wegen der Preisexplosion bei Kraftwerkstechnik und Stahl vom Investor offiziell mit über zwei Milliarden Euro angegeben werden, werde weiterhin das Jahr 2012 anvisiert.

Ob jedoch tatsächlich im kommenden Jahr – wie Dong plant – die ersten Bagger anrollen, ist ungewiss. Der Umweltverband WWF hat angekündigt, im Falle eines positiven Bescheids vor Gericht ziehen zu wollen.

Im StAUN bereitet man sich unterdessen auf die am 28. Oktober beginnenden Anhörungen vor. In einem Sport- und Fitnesszentrum in einem Greifswalder Gewerbegebiet wurde bereits ein Saal gemietet.

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