Baumhohe Sorgen wegen Forstreform

Oberförster Holger Galonska warnt vor FolgenDas Land Brandenburg will die Forstverwaltung reformieren. Das beinhaltet laut Entwurf nicht nur eine Umstrukturierung, sondern auch Personalabbau. Bis 2010 können die einzelnen Forstämter Vorschläge dazu einreichen.

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25. Oktober 2008, 12:12 Uhr

Gadow - Oberförster Holger Galonska aus Gadow rechnet vor: „Derzeit hat das Kyritzer Amt für Forstwirtschaft, zu dem auch die Prignitz gehört, 166 Mitarbeiter, am Ende der Reform sollen es nach bisherigen Überlegeungen nur noch 77 sein, denn insgesamt sollen im Land 1000 Stellen wegfallen". Doch damit sei die Arbeit nicht mehr zu bewältigen, „deshalb lautet unser Vorschlag 97 Beschäftigte".
Ob es aber so kommt, ist völlig offen. Fest stehe allerdings, dass es auf die Prignitz bezogen keine Entlassungen geben soll, erklärt Galonska. Einige Kollegen würden in andere Landesbereiche versetzt wie beispielsweise in die Biosphärenreservatsverwaltung, ins Landesumweltamt oder den Landesbetrieb für Straßenwesen, zählt der Oberförster auf. Andererseits soll Altersteilzeit greifen, sollen freie Stellen nicht mehr besetzt werden.

Doch selbst bei 97 Mitarbeitern sei „die Arbeit in dem Maße, wie wir sie bisher realisiert haben, nicht mehr zu schaffen", gibt Galonska zu bedenken. „Die Forstreviere werden sich fast verdoppeln. Da können wir die Beratung der Waldbesitzer nicht mehr so intensiv wie bisher ermöglichen", erklärt der Oberförster. Abstriche wird es seiner Meinung nach auch in der Waldpädagogik geben.

Ein Punkt, der Galonska sehr weh tut, denn gerade die Oberförsterei Gadow hat sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren mit vielen guten Ideen hervorgetan und Kinder für die Belange des Waldes sensibilisiert. Änderungen sieht Galonska überdies bei der Holzernte. Wo bisher Waldarbeiter einen Teil der Arbeiten vornehmen, werde künftig überwiegend nur noch Technik eingesetzt.

Und einen weiteren Punkt führt der Oberförster an, „die ganze Waldbrandabsicherung. Die Leute werden immer weniger, aber die Waldbrandzentrale muss besetzt werden. Und wenn der Revierförster künftig ein Areal von rund 5000 Hektar zu bewirtschaften hat, braucht er viel mehr Zeit, einen Brand zu lokalisieren."

Förster zu werden, das sei Berufung, mache das Hobby zum Beruf. „Deshalb schauen wir auch nicht auf die Uhr. Aber irgendwann ist ein Grenzpunkt erreicht. Dann geht es nicht mehr. Das merke ich an meinen Mitarbeitern", fasst Galonska seine Sorge vor den möglichen Reform-Auswirkungen in Worte. Noch aber sei vieles offen, müssten die Vorschläge deshalb auch gut durchdacht sein.

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