Baumfällung vorerst gestoppt

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14. März 2008, 07:25 Uhr

Schwerin - Streitfall Moorgebiet Karausche: Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte gegen die Stadt geklagt, um „die groß angelegte Fällaktion der Buga GmbH im Gebiet der Karausche“ zu stoppen. Bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Schweriner Verwaltungsrichter Christoph Voetlause schlossen letztlich beide Seiten einen Vergleich. Demnach muss jede weitere Baumfällung in dem Areal zuvor mit dem BUND abgesprochen werden. Das beziehe sich vor allem auf die noch etwa „20 Verfahren, für die der Gutachter der Buga GmbH noch Gutachten erstellen muss“, heißt es in dem Gerichtsbeschluss, der unserer Zeitung vorliegt.

Die Baumfällungen in dem Bereich sind allerdings nicht durch das Verwaltungsgericht gestoppt. Nach Auskunft der Buga GmbH seien alle „bis zum 15. März geplanten Fällmaßnahmen“ – bis auf eine Kastanie – „abgeschlossen“.

Interessant lesen sich die von Buga GmbH und BUND nach dem Vergleich vor dem Richter abgegebenen Interpretationen. „Vor dem Verwaltungsgericht Schwerin hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine Schlappe hinnehmen müssen. Der Richter entschied bei einem Vor-Ort-Termin, dass die Buga GmbH im künftigen Naturgarten notwendige Baumpflegemaßnahmen durchführen darf“, teilte die Buga mit. „Das Gericht entschied nun, dass die Arbeiten weitergehen dürfen. Zum Schutz der Vogelwelt ist allerdings der 15. März als gesetzlich festgeschriebener letzter Termin einzuhalten. Wenn im kommenden Winter weitere Schnittarbeiten im Naturgarten nötig werden sollten, ist im Einzelfall zu prüfen, ob der BUND anzuhören ist.“

Beim Landesverband BUND heißt es dagegen, die groß angelegte Fällaktion sei „durch die Klage des BUND gestoppt“ worden. „Die Buga GmbH hat mit Hilfe der Stadtverwaltung in der Karausche ihr baumfeindliches Konzept fortgesetzt. Diesem Treiben haben wir mit dem Gerichtsbeschluss einen Riegel vorgeschoben. Alle weiteren rund 20 geplanten Fällungen, die mit der Verkehrssicherungspflicht begründet werden, müssen unterbleiben.“

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