Bauherr klagt vor Gericht

Einen traurigen Anblick bietet das Gebäude Am Leuchtturm 5 zwischen den auf Vordermann gebrachten Häusern.
Einen traurigen Anblick bietet das Gebäude Am Leuchtturm 5 zwischen den auf Vordermann gebrachten Häusern.

Am Leuchtturm 5 lautet die postalische Adresse jenes Hauses, das Jahr für Jahr mehr verfällt. Eine beantragte Baugenehmigung wurde seitens der Stadt abschlägig beschieden, so dass der Investor jetzt vor dem Verwaltungsgericht klagt.

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19. Dezember 2008, 07:51 Uhr

Warnemünde - Zwischen den sanierten Häuser Am Leuchtturm und damit in bester Ostseebad-Lage steht ein Haus, das einer Ruine gleicht und keine Zukunft zu haben scheint. Dieser Meinung, die Einheimische und Touristen gleichermaßen vertreten, widerspricht Enno Zeug. Der Warnemünder Architekt, der im Auftrag eines Investors die Planungen für das Gebäude übernommen hat, kennt die unendliche Geschichte: Natürlich gibt es einen Eigentümer, der Pläne hat. Dieser wollte bereits Mitte der 1990er Jahre mit der Sanierung beginnen. Eine schwere Krankheit hinderte ihn daran. Nach der Genesung war die Baugenehmigung abgelaufen. Das Prozedere begann von vorn.

„Längst haben wir die Zustimmung der Nachbarn und des Ortsbeirates eingeholt. Auch ein Gutachten aus denkmalpflegerischer Sicht liegt vor. Fachämter wurden einbezogen. Doch unser Bauantrag vom August 2005 wurde abgelehnt“, sagt Enno Zeug. Die Stadtverwaltung, so der Architekt, störe sich hauptsächlich an einem zusätzlich geplanten Geschoss, wodurch das Haus nach der Sanierung etwas höher, aber doch nur dem Nachbarhaus mit der Nummer 6 angeglichen würde. Zudem gibt es Kritik an der Fassade, die nicht in allen Teilen der Gestaltungssatzung für Warnemünde entspricht. „Doch die Zeiten, in denen Menschen hinter kleinen Fenstern in dunklen Räumen leben, sind vorbei. Und auch Barrierefreiheit muss gewährt sein“ sagt Enno Zeug. Sein Auftraggeber wolle das Haus auf Vordermann bringen, werde aber kein wirtschaftlich unzumutbares Konzept angesichts des großen finanziellen Aufwandes verwirklichen.

„Als Architekt bin ich mir sehr wohl der Verantwortung für diesen sensiblen Bereich bewusst, schließlich geht es hier um die Postkarten-Ansicht von Warnemünde. Gerade deshalb erwarten wir von der Stadt Entgegenkommen. Leider hat unser Widerspruch gegen die Ablehnung der Baugenehmigung kein Ergebnis gebracht. Wir klagen nun vor dem Verwaltungsgericht“, sagt der Warnemünder. Und das koste wiederum Zeit, die eigentlich für die Sanierung des Hauses genutzt werden könnte.

„Sogar den Petitionsausschuss des Landtages haben wir um Hilfe gebeten. Vertreter waren hier, haben sich zu unseren Plänen positiv geäußert. Doch da nun die Klage anhängig ist, muss zunächst die Gerichtsentscheidung abgewartet werden“, erklärt Zeug.

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