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Landwirtschaftstag in Linstow : Bauern fürchten um EU-Hilfe

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Sinkende EU-Hilfen, explodierende Bodenpreise und Verbraucherakzeptanz sind die derzeit größten Herausforderungen für MV`s Landwirte. Das wurde gestern auf dem Landwirtschaftstag in Linstow deutlich.

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erstellt am 01.Mär.2011 | 11:58 Uhr

Sinkende EU-Hilfen, explodierende Bodenpreise und Verbraucherakzeptanz sind die derzeit größten Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte. Das wurde gestern auf dem Landwirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken mit 500 Teilnehmern in Linstow deutlich.

"Ohne die Direktzahlungen der Europäischen Union wären viele Betriebe gar nicht lebensfähig", sagt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (CDU). Sie würden bis zu 60 Prozent des Einkommens ausmachen. Das Problem: Brüssel will die Hilfen umverteilen, den milliardenschweren deutschen Anteil senken. "Wir wollen mindestens den bestehenden Topf erhalten", fordert Rainer Tietböhl, Präsident des Bauernverbandes MV, in diesem Zusammenhang. Neue Umweltauflagen mit den Direktzahlungen zu verknüpfen, nennt er "Wahnsinn". Vielmehr solle die Politik sich auf den ursprünglichen Zweck der Subventionen besinnen - die Lebensmittelpreise niedrig zu halten.

Biosprit konkurriert mit Lebensmitteln

Von der Politik stark gefördert wird derzeit die Rohstoffproduktion für Bioenergie und Biosprit. Das macht dieses Geschäft attraktiv, droht deswegen aber zugleich, den klassischen Lebensmittelanbau zu verdrängen. Backhaus will daher maximal 30 Prozent von Mecklenburg-Vorpommerns Äckern freigeben, auf dem Rest soll die Nahrungsmittelversorgung sichergestellt werden.

Die starke Nachfrage treibt auch die Bodenpreise in die Höhe. Dazu hat auch die Freigabe landwirtschaftlicher Anbauflächen für Solaranlagen beigetragen. Aktuell müssen die Landwirte bis zu 20 000 Euro für einen Hektar bezahlen. Um das zu ändern, setzt Minister Backhaus vor allem darauf, die ehemals volkseigenen landwirtschaftlichen Flächen von der Bodenverwertungs und -verwaltungs GmbH (BVVG) zu übernehmen. "Es stehen noch 120 000 Hektar zur Verfügung", sagt er. Diese sollten anschließend vom Land verpachtet werden. Außer Grund und Boden oder Geld verfüge der Staat über keine Einflussmöglichkeiten.

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