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Landesgeschichte bekommt neue, repräsentative Ausstellungsorte : Bauboom an Schlössern

vom

25 Millionen Euro fließen allein 2011 in die Sanierung der landeseigenen Schlösser und Parks in Mecklenburg-Vorpommern – so viel wie noch nie in einem Jahr. Die aktuell größte Schlossbaustelle ist Bothmer in Klütz.

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2011 | 06:57 Uhr

Schwerin | Im Park von Schloss Bothmer fallen Bäume, die nicht ins historische Konzept passen. In Schloss Ludwigslust legen Restauratoren 200 Jahre alte handbemalte Tapeten frei. In Mirow wird an der original erhaltenen Inneneinrichtung des Rokoko-Schlosses gearbeitet. In Mecklenburg-Vorpommern boomt die Restaurierung der landeseigenen Schlösser und Parks. 25 Millionen Euro gibt es 2011 für die Sanierung, so viel wie nie zuvor, sagt Stefan Wenzl, Referatsleiter im Bauministerium.

Möglich wird dies auch durch Geld aus Brüssel, das über ein Spezialprogramm innerhalb des EU-Agrarfonds ELER fließt. Von 2007 bis 2013 sind 68 Millionen Euro dafür reserviert. Bedingung: Die Schlösser stehen im ländlichen Raum und bringen nach der Restaurierung die Region nach vorn.

Im Schloss Mirow, einem ganz besonderen architektonischen Kleinod, soll ab 2014 die Geschichte des Herzogshauses Mecklenburg-Strelitz nachvollziehbar werden. Das vergleichsweise kleine Herzogtum brachte immerhin drei Königinnen hervor: Die Preußen-Königin Luise (1776-1810), die Hannoversche Königin Friederike (1778-1841), jüngere Schwester von Luise, und die englische Queen Sophie Charlotte (1744-1818). Mirow ist das einzige erhaltene Residenzschloss der Mecklenburg-Strelitzer. "Die immer noch verbreitete Annahme, dass Mecklenburg ein dumpfes Agrarland war, in dem nichts passierte, ist falsch", sagt Wenzl. "Die haben mitgespielt auf der europäischen Bühne." Für ihn ist die Restaurierung der historischen Gebäude deshalb auch ein Beitrag zur Identitätsstiftung für das Land.

Baubagger rollen in diesem Jahr auch in den Park von Schloss Güstrow. Die grundlegende Sanierung des Gartens für 3,6 Millionen Euro dauert bis 2014, wie Wenzl sagt. Die Restaurierung des Schlosses soll folgen. "Die Planungen sind nicht weit genug fortgeschritten, um das EU-Geld der laufenden Förderperiode bis 2013/14 verbauen zu können", sagt Wenzl. Deshalb würden die knapp neun Millionen Euro ins Schloss Ludwigslust umgeleitet. "Dort werden einige Maßnahmen teurer als zunächst angenommen." So hatte niemand mit der Entdeckung kostbarer Papiertapeten aus der Zeit um 1800 bis 1810 gerechnet, die Experten als deutschlandweit einmalig einschätzen. Sie sollen nun restauriert werden.

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