Holzfachhandel : Barfußdielen aus heimischem Holz

Zwischen 16 Stunden und fünf Tagen dauert die Imprägnierung des Holzes im Dabeler Werk. Das richtet sich vor allem nach der Holzart, dessen Stärke und Trocknungsgrad. Wilfried Griep hat einen der riesigen Kessel geöffnet. zvs / Rüdiger Rump
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Zwischen 16 Stunden und fünf Tagen dauert die Imprägnierung des Holzes im Dabeler Werk. Das richtet sich vor allem nach der Holzart, dessen Stärke und Trocknungsgrad. Wilfried Griep hat einen der riesigen Kessel geöffnet. zvs / Rüdiger Rump

Nach einigen Tagen Betriebsferien am Jahresende läuft in der Dauerholz AG Dabel am 4. Januar die Produktion wieder an. Es wird das erste volle Geschäftsjahr des Unternehmens.

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30. Dezember 2010, 11:54 Uhr

Das Mitte 2009 auf dem einstigen Kasernengelände mit dem Aufbau begann und seit Mai diesen Jahres im Holzfachhandel vertreten ist. Das Werk liefert überwiegend Terrassen- und Fußbodendielen, aber auch Pfosten sowie Teile für Spielgeräte und Parkbänke aus heimischem Holz. Das wird bis in den Kern hinein mit Paraffin, einem Wachs ähnlichen Stoff, getränkt und soll dadurch Härte und Haltbarkeit von Tropenhölzern erreichen. Es handelt sich um ein in knapp zehn Jahren selbst entwickeltes Verfahren, das patentiert und nach Angaben des Unternehmens weltweit ein malig ist. Terrassendielen würden dann noch so weiterverarbeitet, dass sie bedenkenlos barfuß zu betreten seien. Die im Freien verbauten Hölzer könnten 50 Jahre und noch länger halten, ist Vorstandschef Olaf Weber überzeugt. "Wir geben 15 Jahre Garantie."

"In unser erstes volles Produktionsjahr gehen wir sehr optimistisch", sagt Werkleiter Peter Weller. 2010 sei zu großen Teilen vom Testbetrieb und dem Aufbau eines Kundenstamms bestimmt gewesen. "Jetzt schieben wir einen großen

Bestand an Anfragen vor uns her. Die Aufträge gehen meist kurzfristig ein. Wir stellen ein saisonales Produkt her, das hauptsächlich von März bis Oktober verbaut wird. Und in der Zeit erfolgt auch die Order", so Weller. Dauerholz Dabel sei beim Groß- und Fachhandel der

Hagebau-Gruppe neu gelistet. Zu weiteren Kunden gehören der größte Holzfachhändler Berlins, Großhändler bundesweit von Rostock und Lübeck über Bochum bis nach Stuttgart sowie für

Österreich und die Schweiz. Großes

Interesse hätte der Betrieb gleichfalls bei den Fachleuten im Landesbeirat Holz

gefunden, der im Dezember seine Jahresabschlusssitzung in Dabel durchführte und dem die Dauerholz AG seitdem

angehört (siehe Hintergrund). Realisierte Referenz objekte des Unternehmens stehen im Internet, weitere größere Projekte sind für 2011 in Planung und werden von Dabel aus direkt bearbeitet. "Wir stehen für ökologisches Bauen, und das muss natürlich zu Projekt und Auftraggeber passen", erklärt Peter Weller und macht keinen Bogen darum, dass so ein Hightech-Produkt seinen Preis habe. Wenngleich, so Vorstand Olaf Weber, durch Optimierung der Produktion "die Preise etwas gesenkt werden konnten".

Den Winter über wird im Dabeler Werk für die kommende Saison vorproduziert, um ausreichend Dauerholz für Frühjahr und Sommer vorrätig zu haben. "2010 waren wir etwa ab Mai im Holzfachhandel vertreten - und damit für den Kunden, der eine Terrasse plant, vermutlich etwas spät", räumt Weber ein. Das sei im neuen Jahr schon anders. Das Unternehmen habe nicht nur das Händlernetz ausgebaut, sondern auch bei Handwerkern und Kommunen, hier zum Beispiel in

Sachen Parkbänke, für den Tropenholz-Ersatz geworben. "Wir werden 2011

außerdem vermehrt Messen besuchen", kündigt der Vorstandschef an.

Am Firmensitz in Dabel ist die Belegschaft auf 48 Mitarbeiter angewachsen, eine sechsköpfige Niederlassung in Hamburg erledigt Marketing und Vertrieb. "Die Mitarbeiter hier, unser höchstes Gut, wie ich immer betone, kommen aus einem Umkreis von etwa 50 Kilo metern. Alle waren vorher arbeitslos und fanden über die Agentur für Arbeit in Sternberg eine Anstellung bei uns. Überhaupt kam von den Behörden in der

Region gute Unterstützung", sagt Peter Weller. Das Werk arbeite inzwischen völlig autark, vom Einkauf des Holzes über Produktion und Instandsetzung bis zu Versand und Logistik durch regionale Spediteure. "Darauf sind wir sehr stolz", unterstreicht der Werkleiter.

Im neuen Jahr stehen weitere Investitionen in Millionenhöhe ins Haus, vor

allem in Technik zur Weiterverarbeitung der getränkten Hölzer. Und es sei vorgesehen weitere zehn Mitarbeiter einzustellen.

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