Barack Obama - Hoffnungsträger nicht nur für schwarze Amerikaner

Barack Obama. Foto: dpa
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06. November 2008, 06:10 Uhr

Barack Obama ist der erste Schwarze in der US- Geschichte, der ernsthafte Chancen hat, ins Weiße Haus einzuziehen. Er gilt als Hoffnungsträger des liberalen Amerikas. Vor allem aber soll der 47-jährige Senator für Millionen Amerikaner eines markieren - das Ende der Ära von Präsident George W. Bush.

Als Obama - Sohn eines kenianischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin - vor gut einem Jahr mit dem Vorwahlkampf begann, galt er als hoffnungsloser Außenseiter. Wahlexperten waren überzeugt, dass er gegen die ehemalige First Lady Hillary Clinton keine Chance habe. Doch er überzeugte mit rhetorischer Brillanz, die die Menschen fesselte. Sein Botschaft ist eingängig - "Hoffnung", "Wandel" und "Versöhnung". Im Kern wirbt er für ein "neues Amerika". Er sei ein Politiker, "dessen Botschaft einer besseren und gerechteren Welt glaubwürdig klingt", meinte Ex-Außenminister Joschka Fischer.

Turbulenter Lebensweg
Ähnlich wie Fischer hat auch Obama einen turbulenten Lebensweg. Zeitweise wuchs er in Hawaii und Indonesien auf. Vorwürfe seiner Gegner, wonach er angeblich islamisch erzogen wurde, zielen auf diese Zeit ab. Nach einem Jura-Studium an der Eliteuniversität Harvard wählte er nicht die Karriere als Anwalt, sondern arbeitete in der wegen Kriminalität und Korruption berüchtigten Metropole Chicago als Sozialarbeiter.

Zugleich setzte er sich geschickt und verbissen in der Demokratischen Partei durch. Während dieser Zeit unterhielt er auch lockere Kontakte zu politisch Radikalen und Gestalten aus der Halbwelt, was ihm seine Gegner mitunter vorwerfen. Zudem lernte er damals seine selbstbewusste Ehefrau Michelle kennen, die Anwältin war, und mit der er heute zwei kleine Töchter hat.

Nachdenklicher, pragmatischer Politiker

Während seine Gegner ihm mangelnde Kenntnis und Erfahrung vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik vorhalten, verweist Obama gerne darauf, dass er etwa von Anfang an gegen den Irakkrieg votiert habe - auch in einer Zeit, als dies unter US-Politikern extrem unpopulär gewesen sei. Durch seine jüngsten Reisen in den Irak, in den Nahen Osten sowie nach Berlin und in andere europäische Metropolen versuchte er, die Vorwürfe mangelnder Weltläufigkeit zu entkräften.

Obama gilt als nachdenklicher, pragmatischer links-liberaler Politiker, der vor allen den ritualhaften Parteienstreit und den Politikstil in Washington überwinden will. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Beschränkung des Einflusses der Lobbyisten. Obama ist für eine höhere Besteuerung der Reichen sowie für mehr Unterstützung für den Mittelstand, lehnt aber den Ausbau von Sozialhilfe wie etwa in Europa ab. Bereits vor Monaten hatte er deutlich gemacht, dass er von den Europäern ein stärkeres Engagement in Afghanistan erwarte.

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