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Geldinstitute reagieren auf Skimming und Sprengung : Banken rüsten auf für mehr Sicherheit

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Zwischen März und Juni 2010 sorgten Straftaten in Bützow, Güstrow und Teterow für Verunsicherung, die bis dahin eher in Großstädten Unruhe bei Bankkunden verbreiteten: Skimming.

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erstellt am 17.Mär.2011 | 10:51 Uhr

Zwischen März und Juni 2010 sorgten Straftaten in Bützow, Güstrow und Teterow für Verunsicherung, die bis dahin eher in Großstädten Unruhe bei Bankkunden verbreiteten: Skimming. Unbekannte hatten mehrfach Geldautomaten der Deutschen Bank manipuliert, um Kartendaten zu kopieren. Allein am 8. April 2010 meldeten sich 34 Skimming-Opfer bei der Polizei, die zusammen um rund 80 000 Euro geprellt wurden. Die Gauner hatte aus dem Ausland, u.a. aus Italien, Großbritannien und Bulgarien Beträge von den Konten abgebucht. Am Ende dieser Diebstahlserie gab es "gut über 100 Fälle".

Für die Geldinstitute der Region waren diese Fälle Anlass, technisch aufzurüsten, um es den Kriminellen künftig schwerer zu machen. Das scheint gelungen, denn der letzte Skimmingfall in der Region ereignete sich im Herbst, sagt Deutsche-Bank-Sprecher Christian Hotz. "Wir habe Automaten nachgerüstet oder auch ausgetauscht. Die neue Generation habe einen beträchtlich höheren Sicherheitsstandard." Außerdem seien flächendeckend alle Bankkarten mit dem EMV-Chip versehen. Der Magnetstreifen habe ausgedient. Auch das schaffe höhere Sicherheit.

Die Ostseesparkasse reagierte ebenfalls, auch wenn sie von den Betrügereien nicht direkt betroffen war. Die Geldkartenlesegeräte an den Eingängen der Selbstbedienungsterminals wurden außer Betrieb gesetzt. "Der Zutritt erfolgt nun mittels Bewegungsmelder", sagt Ospa-Sprecherin Katrin Stüdemann. "Außerdem haben wir unsere Mitarbeiter zusätzlich geschult, damit sie noch sensibler auf die Automaten und mögliche Veränderungen achten." Die Automaten sind aber weiterhin 24 Stunden zugänglich

Die Volks- und Raiffeisenbank Güstrow hingegen schließt jetzt ihre Selbstbedienungsterminals von 0 bis 4 Uhr. "Das hat jedoch weniger etwas mit den Skimmingfällen zu tun, da wir nicht direkt betroffen waren, sondern mit den Sprengungen von Geldautomaten", sagt Bank-Vorstand Elgin Stündel.

In dieser Zeit sei kaum Kundenverkehr, dafür hätten die Verbrecher genau diese Stunden für die Angriffe mit den Sprengsätzen genutzt. Im Bezug auf den Datenklau verweist Stündel darauf, dass die Bank allein in diesem Jahr zwölf neue Automaten in Filialen einbaut. Es sei eine neue Generation, die höchsten Sicherheitsstandards entspricht.

Alle Kreditinstitute weisen darauf hin, dass es eine 100-prozentige Sicherheit nicht gibt, Kunden sollten im Umgang mit Geldkarte und Pin-Nummer nach wie vor vorsichtig sein (siehe Hintergrund).

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