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Schwerins Weltmeister Stefan Nimke bei Bahnradmeisterschaft am Start : Bahnrad-Asse sprinten um Medaillen

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Die Olympischen Spiele sind für die deutschen Athleten des Bahnradsports gerade mal zu Ende, da geht ein Großteil schon wieder auf Medaillenjagd: Bis Sonntag fahren die Junioren und Elite ihre deutschen Meister aus.

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erstellt am 15.Aug.2012 | 11:53 Uhr

Schwerin | Die Olympischen Spiele sind für die deutschen Top-Athleten des Bahnradsports gerade mal zu Ende, da geht ein Großteil ab morgen auf dem Holzoval in Frankfurt/Oder schon wieder auf Medaillenjagd. Bis Sonntag fahren die Junioren und Elite ihre deutschen Meister aus. Die Olympia-Medaillengewinner und -starter gehen allerdings teils in anderen Disziplinen an den Start. Denn für sie ist es mehr ein Schaulaufen.

Eine echte Prufung ist es hingegen für die Athleten des Track Cycling Teams Mecklenburg-Vorpommern. Trainer Ronald Grimm schickt seine Schweriner Asse Tobias Wächter, Marc Schröder, Daniel Rackwitz, Johannes Keuchel und Henry Ober ins Rennen. "Ich sehe gar nicht so auf Medaillen. Wenn die Jungs bei einem sportlichen Höhepunkt an ihre Bestleistungen herankommen oder sie verbessern, dann kann man zufrieden sein. Wozu es reicht, wird man sehen", sagt Grimm. Jedoch erwartet der Trainer die beste Leistung von Tobias Wächter. "Er soll zeigen, dass er zur deutschen Sprintspitze gehört." Bei Marc sieht das ganz anders aus. "Er hatte mit der U23-EM schon seinen Saisonhöhepunkt." Schröder, EM-Dritter im Keirin, soll wie Wächter den Sprint, Keirin und Teamsprint fahren. Ob der 21-Jährige noch die 1000 Meter fährt, wird kurzfristig entschieden.

Da könnte er auf ungewöhnliche Konkurrenz treffen. Der Sprint-Spezialist und Teamsprint-Dritte von London, Robert Förstemann (Gera), will den Kilometer in Angriff nehmen. Der größte Konkurrent auf dieser Strecke startet jedenfalls nicht. Weltmeister Stefan Nimke aus Schwerin hatte schon im Vorfeld gar nicht für seine Spezialdisziplin gemeldet, da er die letzten Wochen alles auf den Teamsprint für London gesetzt hatte, bis ihn bei Olympia am Tag der Entscheidung eine muskuläre Verletzung zum bitteren Verzicht zwang (wir berichteten ausführlich). Der 34-jährige Olympiasieger von Athen 2004 will aber bei der DM mit Wächter und Schröder den Teamsprint fahren - und auch noch die 4000-m-Mannschaftsverfolgung. "Ich habe mal vor Wochen angeregt, dass es doch gut wäre, wenn der MV-Landesverband einen Vierer stellt. Wir werden nicht um die Medaillen fahren, aber es geht einfach darum, auch da mal Präsenz zu zeigen", sagt der sechsfache Weltmeister, der sich ab September voll und ganz auf seine Berufsausbildung zum Polizeimeister konzentrieren will. Gestern Morgen absolvierte er mit Daniel Rackwitz, der von allen MV-Startern das größte Pensum bei der DM bestreitet, Christian Manzke und Dennis Kruse ein Training. "Das lief sehr gut." Morgen geht es dann in die Vollen.

"Ich habe zwar noch Rückenschmerzen, aber bei der langen Distanz ist das nicht ganz so problematisch. Beim Teamsprint weiß ich es noch nicht, da machen mir die kurzen, harten Antritte zu schaffen", beschreibt Nimke seinen Gesundheitszustand. Und wie steht es um seinen Gefühlszustand nach dem bitteren Olympia-Aus? "Wenn ich allein bin, kommt schon noch mal ne Träne. Als ich die Abschlussfeier im Fernsehen gesehen habe, kam echt Wehmut auf. Am besten geht es mir, wenn ich unterwegs und unter Leuten bin." Das ist er die nächsten Tage. Und da trifft er in Frankfurt/Oder wieder seine Teamkollegin vom Track Cycling Team MV, Miriam Welte. Die Olympiasiegerin, die in London mit Kristina Vogel den Teamsprint gewonnen hatte, wird voraussichtlich im Sprint und Keirin antreten. Und dann wollen die Goldmädels anstatt der üblichen 500 Meter im Zeitfahren wie die Männer 1000 Meter fahren. Maximilian Levy (Cottbus), Olympia-Zweiter im Keirin und Dritter im Teamsprint, wird morgen nur den Teamsprint-Wettbewerb bestreiten.

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