Bäuerin in Not

Hier ist Schluss. Gudrun Krüger ist verärgert über einen Sperrzaun: „Es um die  Liquidierung meines Betriebes.“ Foto: Michael Schmidt
Hier ist Schluss. Gudrun Krüger ist verärgert über einen Sperrzaun: „Es um die Liquidierung meines Betriebes.“ Foto: Michael Schmidt

Erneut Aufregung in Nesow: Einer Landwirtin wurde die Durchfahrt zu einer gepachteten Koppel vernagelt. Die Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen und spricht von einer Liquidierung ihres kleinen Betriebes.

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04. August 2008, 08:29 Uhr

Nesow - „Vordergründig ist das hier scheinbar ein Nachbarschaftskrieg. Aber hier geht es um die Liquidierung meines Betriebes. Dabei werde ich vorgeführt, als ob man eine Sau durchs Dorf teiben würde“, sagt Gudrun Krüger aus Nesow. Seit wenigen Tagen kann sie nicht mehr problemlos von ihrem Hofgrundstück zu ihren Tieren auf eine gepachtete Koppel. Denn der etwa 20 Meter lange „Korridor“ dorthin ist durch einen Zaun versperrt. Jetzt müsse sie einen Umweg durchs halbe Dorf in Kauf nehmen.

„Es geht Schlag auf Schlag“
Gudrun Krüger sieht das nach eigenen Angaben als weitere Schikane, um ihren Betrieb zu zerstören. „Als wir vor Jahren anfingen, uns gegen Machenschaften zu wehren, wurden wir diffamiert, als streitsüchtig und nicht verhandlungsbereit hingestellt. Mein Hof wird systematisch unwirtschaftlich gemacht. Es geht Schlag auf Schlag“, sagt die Nesowerin. Zäune seien zerstört, Heuballen aufgeschlitzt, Hängerreifen zerschnitten worden. Man habe die Zunge von Kühen verätzt und einem Kalb den Schwanz halb abgetrennt. „Ich selbst bin schwer geschlagen worden mit einem Spaten auf einem öffentlichen Weg“, verdeutlicht die Bäuerin.

Steht einmal ein Gerichtstermin bevor, geschieht Kurioses außerhalb des Dorfes. So wurde das Auto ihres Anwalts beschädigt oder Unbekannte drangen in dessen Kanzlei ein. Der Jurist selbst hütet sich, das in einen Zusammenhang zu bringen. Er konzentriert sich stattdessen auf eine einstweilige Verfügung, um für seine Mandantin ein Notwegerecht vor Gericht zu erkämpfen.

Das Areal, das Gudrun Krüger dabei wieder überqueren will, gehört der Köchelstorfer Agrargenossenschaft. Das Unternehmen duldete bislang mehr oder weniger die Durchfahrt und hatte der Nesowerin auch ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Eine der Bedingungen: „keine geschäftsschädigende Propaganda gegen unser Unternehmen bzw. gegen deren Geschäftsführer.“ Krüger lehnte Angebote wie diese auf Anraten ihres Anwalts ab. Sie seien mit einem Würgegriff versehen gewesen.

„Wieso sollten wir diesen schönen Hof kaputt machen?“
Gestern erklärte das Köchelstorfer Unternehmen, das Grundstück sei über einen Nutzungsvertrag abgegeben worden. Die jetzigen Nutzer hätten das Grundstück eingezäunt. Zuvor sei die Fläche widerrechtlich von Frau Krüger genutzt worden. Den Vorwurf, ihren landwirtschaftlichen Hof zerstören zu wollen, wies die Agrargenossenschaft zurück: „Wieso sollten wir diesen schönen kleinen Betrieb kaputt machen?“

Die Auseinandersetzungen in Nesow ruft immer wieder auch die Polizei auf den Plan. Gemeindevertreter sind inzwischen nicht gerade erfreut, wenn es Neues vom Krüger’schen Hof gibt. Dabei setzt die Nesower Landwirtin Gudrun Krüger ihre Hoffnung gerade auf die Kommunalpolitiker: „Ich hoffe, dass sie jetzt Einfluss nehmen und jeder weiß, was hier für ein Spiel getrieben wird.“

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