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Gewässerqualität im Landkreis ausgezeichnet : Badefreuden ohne Sorgen

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Die Qualität der Badegewässer im Landkreis ist in aller Regel eine ausgezeichnete. Unter den 95 regelmäßig überwachten Seen, Flüssen, Teichen und Küstenabschnitten bekommen 89 diesen besten Stempel.

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erstellt am 02.Jul.2013 | 02:03 Uhr

Die Qualität der Badegewässer im Landkreis ist in aller Regel eine ausgezeichnete, teilt das Gesundheitsamt des Kreishauses mit. Unter den 95 regelmäßig überwachten Seen, Flüssen, Teichen und Küstenabschnitten zwischen Ostsee und Krakower Seen bekommen 89 diesen besten Stempel. Gerade mal fünf Badestellen weisen immerhin eine "gute" Qualität auf. Nur in einem Fall gibt es die Bewertung "ausreichend" - für den Güstrower Inselsee. Doch auch für die "Güstrower Badewanne" trifft diese Bewertung auch nur auf den Strandabschnitt am Kurhaus zu - ausgerechnet. An den Badestellen in Gutow und Bölkow und selbst an der gar nicht so weit vom größten Strand entfernten Stelle in Mühl Rosin hat auch das Wasser des Inselsees eine "ausgezeichnete" Badequalität.

Die Ursache für den Abfall der Messergebnisse im nordöstlichen Inselsee-Abschnitt sieht das Gesundheitsamt bei der großen Zahl von Wasservögeln, die hier nisten bzw. anlanden. Das bringt bakterielle Belastungen mit sich und trägt dazu bei, die Sichttiefe des flachen Gewässers zu beeinträchtigen.

Seit dem 20. Mai, der trotz der da in diesem Jahr teilweise oft noch frostigen Wassertemperaturen als Beginn der Saison gilt, kontrolliert das Gesundheitsamt bis zum 10. September auf der Grundlage der Badegewässer-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommerns 95 Badegewässer bzw. -stellen. 40 von diesen sind übrigens an die EU gemeldet, die übrigen haben eine überwiegend regionale Bedeutung, unterliegen aber den gleichen Überwachungskriterien. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes führen die Überwachung der Badegewässer in diesem Zeitraum einmal im Monat nach einem vorgegebenen Zeitplan durch. Die ersten Kontrollen erfolgen bereits vor Saisonbeginn. Die Badestellen werden besichtigt, Gewässerproben genommen sowie Temperatur und pH-Wert bestimmt. Bei Binnen-, Bodden- und Haffgewässern erfolgt zusätzlich eine Sichttiefenbestimmung.

Die Wasserproben werden im Labor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) auf die Indikatorkeime Escherichia coli und intestinale Enterokokken untersucht. Diese Bakterien weisen auf eine fäkale Verunreinigung hin. Bei Auftreten erhöhter Werte werden sofort Nachproben gezogen und gegebenenfalls Badeeinschränkungen bzw. Badeverbote ausgesprochen. Daneben wird auf Cyanobakterien, den so genannten Blaualgen, geachtet, die sich sowohl in der Ostsee als auch in den Binnenseen bei höheren Wassertemperaturen massenhaft vermehren können und durch ihre Gifte Haut- und Schleimhautreizungen oder nach Verschlucken auch Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen können. Diese Algenblüten sind sehr witterungs- und strömungsabhängig, so dass sich die Situation an den Badestellen innerhalb weniger Stunden verändern kann. Gelegentlich kommen in der Ostsee Quallen vor, jedoch nur sehr selten giftige Arten, wie z.B. Feuerqualle oder Fahnenqualle. Bei Kontakt mit diesen Tieren treten Hautreizungen, ggf. auch Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufbeschwerden auf. Im Süßwasser der Binnenseen können sich bei vermehrtem Wasservogelbesatz Zerkarien (Gabel-schwanzlarven) vermehren, die ebenfalls zu unangenehmen Hautreizungen führen können.

In die Einstufung der Badegewässer fließen die Untersuchungsergebnisse eines Zeitraumes von vier Jahren ein. Die aktuelle Bewertung der Gewässer erfolgte also nach dem zuletzt bewerteten Zeitraum, der die Jahre von 2009 bis 2012 umfasst. Eine "gute" Wasserqualität wiesen die Badestellen Malchiner See bei Dahmen, Teterower See bei Teschow, an der Ostsee die Badestellen in Wittenbeck und Meschendorf sowie am Salzhaff die Badestelle in Pepelow auf.

Dem Güstrower Inselsee macht nicht nur das hohe Vogelaufkommen zu schaffen. Auch Regen- und Drainagewasser sowie Wasser von landwirtschaftlichen Nutzflächen können bei Starkregen die Wasserqualität negativ beeinflussen. Der chemische Zustand des Güstrower Inselsees wird aber als gut bewertet, die Sichttiefe liegt im Durchschnitt bei über zwei Meter. Selten werde die Wasserqualität durch Algen beeinträchtigt. In den Sommermonaten kann es zur Algenblüte durch Blaualgen und Inselbildungen durch Makroalgen kommen, immer wieder beklagte Massenansammlungen im Badebereich sind wind- und strömungsabhängig. Bei sehr warmen Wassertemperaturen können Zerkarien auftreten, mikroskopisch kleine Saugwürmer, die sich in die Haut bohren und einen unangenehmen Juckreiz hervorrufen.

Doch auch für die Badenden am großen Kurhaus-Strand gibt es in diesem Jahr bisher keine Einschränkungen: Die Überwachungsergebnisse der Saison 2013 ergaben bisher an allen Badestellen eine ausgezeichnete Wasserqualität, teilt das kreisliche Gesundheitsamt mit. Aufgrund der noch relativ niedrigen Wassertemperaturen bestehe derzeit auch noch keine nennenswerte Gefahr von Algenblüten.

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