Backhaus will Mängel in Redefin beheben - Rechnungshof spricht von Misswirtschaft

Auf dem Prüfstand: das Landgestüt Redefin. Foto: Hentschel
Auf dem Prüfstand: das Landgestüt Redefin. Foto: Hentschel

von
04. Juli 2008, 08:00 Uhr

Schwerin/Redefin - Nach Bekanntwerden der Ergebnisse eines Prüfberichts vom Landesrechnungshof zum Landgestüt Redefin hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) eine zügige Behebung der Mängel angekündigt.

Im Auftrag des Ministeriums werde derzeit ein Konzept für die weitere Entwicklung des Pferdezuchtbetriebes erarbeitet, sagte Backhaus gestern. Die Anregungen des Rechnungshofs zur Haushalts- und Wirtschaftsführung sowie Personalbewirtschaftung würden darin – soweit möglich – berücksichtigt.

Backhaus verwies darauf, dass die bekanntgewordenen staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen im Fall Redefin in keinem Zusammenhang mit der Prüfung durch den Landesrechnungshof stehen. Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte er. Somit gelte weiter die Unschuldsvermutung. Zwischen Mängeln in der inneren Verwaltung und möglicherweise strafrechtlich relevanten Verstößen müsse klar getrennt werden.

Der Rechnungshof hat in seinem Jahresbericht 2007 in Redefin „erhebliche Mängel sowohl in der kompletten Haushalts- als auch Stellenbewirtschaftung des Gestüts festgestellt“, bestätigte die Behörde gegenüber unserer Zeitung. Zu den bisherigen Anschuldigungen seien weitere schwerwiegende hinzugekommen. So hätten viele Mitarbeiter Arbeitszeiten zu ihren Gunsten falsch abgerechnet. Zudem seien Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe an externe Firmen festgestellt worden.

Bereits im Februar war Redefin wegen anonymer Anzeigen ins Zwielicht geraten. Vorwurf: Leitende Mitarbeiter sollen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Unter anderem sollen Benzin für Privatfahrzeuge und Futter für private Pferde über das Gestüt abgerechnet worden sein. Backhaus wollte daraufhin zunächst den Bericht der Rechnungsprüfer abwarten. Der Betrieb erhält in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro aus Landesmitteln für laufende Kosten sowie 513 000 Euro für Investitionen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen