Babyboom in MV: Umfrage unserer Zeitung bestätigt Trendwende

von
18. April 2008, 02:51 Uhr

Schwerin/Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Geburten in den ersten neun Monaten 2007 um 0,6 Prozent gestiegen. Aber auch im ersten Quartal 2008 gibt es deutliche Zuwächse. Das hat eine Umfrage unserer Zeitung in 17 Kliniken ergeben. Konkret heißt das: 301 Geburten mehr als im ersten Quartal 2007. 13 Krankenhäuser konnten ein Plus verzeichnen, nur drei meldeten ein Minus, in Parchim blieb die Zahl konstant.

Vor allem in Rostock hatten die Hebammen alle Hände voll zu tun. 655 Babys kamen dort zur Welt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es nur 560. Aber auch in Schwerin ist eine neue Hundertermarke geknackt worden. 270 Neugeborene waren es vor einem Jahr – und damit 38 weniger als heute. Die weiteren Zahlen: Plus 28 Geburten im Sana Krankenhaus von Rügen, plus 40 im Ameos-Diakonie-Klinikum in Ueckermünde, plus 36 im Müritz-Klinikum.

Weniger Geburten gab es in den ersten drei Monaten 2008 nur in den Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten (minus 11) und im DRK-Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz (minus 4).
„Es ist schwierig, schon im April zu sagen, wie das Jahr endet“, sagt Birger Birkholz, Stellvertretener Verwaltungsdirektor des Klinikums Südstadt in Rostock. Er glaubt aber, dass ein positiver Trend durchaus abzusehen ist.

Falls sich der Trend bestätigt, könnte das Statistische Landesamt in diesem Jahr schon früh Erfreuliches vermelden. Die Hochrechnung zu unserer Umfrage: 311 Geburten mehr im ersten Quartal heißt 933 mehr bis Ende September. Addiert zu den offiziellen Zahlen für 2007 – 9450 Geburten in neun Monaten – wird die 10000er-Grenze schon im späten Sommer geschafft.

„Ich bin davon überzeugt, dass die Geburtenrate deutlich gestiegen ist“, so Ursula von der Leyen. MV kann das bestätigen – für 2007, aber noch mehr für die ersten Monate in 2008.

Die Kliniken im Überblick
In 16 Geburtskliniken haben wir nachgefragt, das Ergebnis ist eindeutig: In 13 Krankenhäusern ist die Zahl der Geburten gestiegen, nur in zwei Kliniken gesunken, Parchim blieb konstant. Ausreißer nach oben ist das Klinikum Südstadt in Rostock mit einem Plus von 95 Geburten, Ausreißer nach unten sind die Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten mit einem Minus von 11. Die MV-Kliniken im Überblick.

Sana Krankenhaus Rügen Gmbh: 132 Kinder sind im ersten Quartal 2008 in dem Bergener Krankenhaus zur Welt gekommen. Im gleichen Zeitraum 2007 waren es nur 104 Babys. „Es wird auch wieder Zeiten geben, in denen weniger Kinder zur Welt kommen“, berichtete eine Mitarbeiterin des Krankenhauses.

KMG Klinikum Güstrow GmbH: Einen Aufwärtstrend scheint es auch in Güstrow zu geben. „Bei uns sind 10,9 Prozent mehr Kinder zur Welt gekommen als im Vorjahr“, bestätigte Prof. Eckhard Koepcke, Chefarzt der Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Somit hat es in diesem Jahr bereits 153 Neugeborene gegeben. Das sind 15 mehr als im Vorjahr.

Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt Universität: Insgesamt 264 Babys haben im ersten Quartal 2007 und 2008 in Greifswald das Licht der Welt erblickt. 120 Kinder waren es im Vorjahr, 144 in den vergangenen Monaten. Dabei dominiert in den zwei Jahren knapp die Zahl der Mädchen. In diesem Jahr waren es mit 74 vier mehr als bei den Jungen. 2007 gab es 61 Mädchen und 59 männliche Vertreter.

DRK-Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz: Das Klinikum in Neustrelitz ist eines der wenigen, bei denen es in diesem Jahr weniger Kinder gegeben hat als 2007. So erblickten 70 Neugeborene in diesem Jahr das Licht der Welt. In den ersten Monaten 2007 sind es vier Kinder mehr gewesen.

Asklepios Klinik Parchim: Konstant hält sich die Zahl der Babys in Parchim. 88 Kinder sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres dort geboren worden. „Ich kann nicht von einer Trendwende reden. Um das feststellen zu können, braucht man schon mehr als die Quartalszahlen. Je kleiner die statistische Einheit, desto schiefer wird die Hochrechnung. Dazu sind schon die Jahreszahlen nötig“, erklärte Stefan Menzel, Geschäftsführer der Klinik. In den vergangenen Jahren habe es dort zwischen 350 und 370 Geburten gegeben.

Asklepios Klinik Pasewalk: „Das gesamte Jahr betrachtet, haben wir jedes Jahr eine Steigerung. Manchmal sogar bis zu 30 Entbindungen“, sagte Schwester Dagmar Schulz. Im ersten Quartal 2008 waren es 114 Neugeborene. Eins mehr als im Vorjahr.

Kreiskrankenhaus Hagenow gGmbH: Ein Aufwärtstrend scheint sich auch in Hagenow zu zeigen. Mit 122 Neugeborenen waren es acht mehr als 2007.

Helios Kliniken Schwerin: Eine steigende Tendenz ist Hebamme Anita Krause aufgefallen. In diesem Jahr hat es mit 308 Neugeborenen 38 Kinder mehr gegeben als im Vorjahr. „Bei der Geburtsvorbereitung haben viele Frauen als Beweggrund für ein Kind die bessere Unterstützung der Frau angegeben. Wir haben auch viele reifere Frauen dabei gehabt, die sich nach einigen Jahren noch einmal für ein weiteres Kind entschieden haben.“

Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH: Viele nicht mehr ganz junge Muttis gab es auch in Wolgast. 96 Kinder waren es in diesem Jahr, 85 im vergangenen. Ein Mehr an Geburten scheint es schon seit einigen Jahren zu geben. Waren es 2006 noch 391, stieg die Zahl im darauffolgenden Jahr schon auf 412 Entbindungen.

Hanse-Klinikum Stralsund GmbH: Überdurchschnittlich viele Entbindungen habe es in den vergangenen zwei Jahren auch in Stralsund gegeben. Mit 214 Babys lag die Zahl der Neugeborenen mit acht Kindern über dem Wert von 2007. „Durch die spezielle Ausrichtung der Klinik haben wir auch viele überregionale Patienten bei uns“, erklärte Thomas Michel, leitender Oberarzt der Frauenklinik.

Dietrich Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg: Acht Kinder mehr hat es auch in Neubrandenburg gegeben. Waren es im vergangenen Jahr 193 Neugeborene, hatten die Hebammen mit 201 Babys etwas mehr zu tun.

Klinikum Südstadt Rostock: „Wir hatten in diesem Jahr 638 Geburten mit insgesamt 655 Kindern. 2007 waren es deutlich weniger. Da hat es nur 550 Geburten mit 560 Babys gegeben“, erzählte Birger Birkholz, Stellvertretener Verwaltungsdirektor des Klinikums. Doch wisse man nicht, wie sich diese Zahlen weiterentwickeln. „Es ist schwierig, schon im April zu sagen, wie das Jahr enden wird“, erklärte er. Dennoch seien es ja fast 100 Kinder mehr. Daher glaubt er, dass ein positiver Trend durchaus abzusehen ist.

Kreiskrankenhaus Demmin: 626 Neugeborene hat es im vergangenen Jahr in Demmin gegeben. Allein im ersten Quartal sind es 140 gewesen. Das waren 14 weniger als 2008. „Wie es sich allerdings für das Jahr entwickelt, ist noch nicht abzusehen“, hieß es aus dem Krankenhaus.

Ameos-Diakonie-Klinikum: „Wir hatten 94 Babys in diesem Jahr und damit 40 mehr als im Vorjahr“, berichtet Chefarzt Prof. Thomas Michel. Bereits im vergangenen Jahr habe man in Anklam darauf gewartet. Doch sei der Anstieg bis jetzt eher minimal gewesen. „Aber ein allgemeiner Trend ist ja nun erkennbar. Ob es an der verstärkten Unterstützung liegt, vermag ich nicht einzuschätzen.“

Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten: Assistenzärztin Antje Beilke kann noch keine Trendwende bestätigen. So habe es in diesem Jahr mit 92 Neugeborenen sogar elf weniger gegeben als im Vorjahr.

Müritz-Klinikum GmbH: Mit 151 Neugeborenen in diesem Jahr gegenüger den 115 im Vorjahr kann Chefarzt Toralf Bauer eine Trendwende nur bestätigen. „Wir hatten schon 2007 schätzungsweise 70 Geburten mehr als im Jahr zuvor.“ Dieser Trend werde sich fortsetzen und sei nicht von kurzer Dauer.

Ev. Krankenhaus Stift Bethlehem Ludwigslust gGmbH: Im ersten Quartal 2008 sind mit 68 Kindern in Ludwigslust zwar zehn weniger zur Welt gekommen, doch haben allein heute schon sechs Babys das Licht der Welt erblickt. Verwaltungsdirektor Wilfried Mußfeld kann den Babyboom anhand der Jahreszahlen also auch in seinem Hause bestätigen. So hat es dort im vergangenen Jahr 327 Neugeborene gegeben. Das waren acht mehr als 2006.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen