Babelsberg will Tempelhof

Nach dem gescheiterten Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof rückt die künftige Nutzung des Areals stärker in den Blickpunkt. Die Studio Babelsberg AG bekräftigte gestern ihre Pläne, das Gelände zu einem hochkarätigen Filmstandort zu entwickeln.

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28. April 2008, 11:05 Uhr

Berlin/Potsdam - Berlins Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete den Vorschlag als „interessantes, substanzielles Konzept“. Die Grünen dringen auf eine schnelle Entscheidung.

Carl Woebcken, Vorstandschef von Studio Babelsberg, hob nochmals „den ernsthaften Willen“ seines Unternehmens hervor, das Flughafen-Areal zum dritten Filmstandort der Hauptstadtregion neben Babelsberg und Adlershof zu machen. Man halte an den Investitionsplänen fest, die bereits im November 2006 eingereicht worden seien.

Studio Babelsberg will einem Medienbericht zufolge frühere Flugzeug-Hangars in Tempelhof zu Filmateliers umbauen, da das Babelsberger Gelände aus den Nähten platze. Zwischen 20 und 30 Prozent des 386 Hektar großen Airportareals sollten für Filmproduktionen genutzt werden, sagte Woebcken. Zugleich solle auf dem Areal Europas größter Requisiten- und Kostümfundus entstehen. Außerdem sei eine „Begegnungsstätte für die Bevölkerung“ geplant, die der Tradition des Flughafens gerecht werde.

Direkte Vergabe nicht möglich
Wowereit begrüßte die Idee. Eine direkte Vergabe sei jedoch nicht möglich, das Gelände müsse ausgeschrieben werden. Die Landesregierung plant auf dem Areal einen Erholungspark sowie neue Wohn- und Gewerbesiedlungen. Zunächst solle jetzt über ein Gutachten der Verkehrswert Tempelhofs geklärt werden, damit der Senat dann mit dem Bund über eine Übernahme von dessen Anteil verhandeln könne, sagte Wowereit. Berlin gehe davon aus, dass der Wert „eher im Minusbereich“ liege. Der Bund sehe das anders.

Grünen-Landeschef Stefan Gelbhaar, dessen Partei ebenfalls für die Schließung Tempelhofs Ende Oktober eintritt, forderte eine rege Beteiligung der Bürger an der Gestaltung des Geländes. Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast warf dem Senat vor, es bisher „verschlafen“ zu haben, sich aktiv um die „wertvolle Fläche“ zu kümmern.

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