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1100 Unterschriften gegen die Umleitung : B 5-Sperrung: Gemeinden wehren sich

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Neues im Streit um die Sperrung der B 5 zwischen Ludwigslust und Grabow für Schwerlastverkehr: In dieser Woche trafen sich Vertreter der Gemeinden, die unmittelbar an der Umleitungsstrecke liegen.

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erstellt am 21.Jan.2011 | 06:45 Uhr

Muchow | Neues im Streit um die Sperrung der B 5 zwischen Ludwigslust und Grabow für Schwerlastverkehr: In dieser Woche trafen sich Vertreter der Gemeinden Kremmin, Prislich, Zierzow, Muchow, Balow und Blievenstorf mit Thilo Schelling, Leiter der Abteilung Verkehr im Landesministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung und Landrat Rolf Christiansen. Dem Treffen war eine Unterschriftenaktion von Martin Pinzer, Bürgermeister der wohl am stärksten betroffenen Gemeinde Kremmin vorausgegangen, in der weit über 1100 Anwohner und Betroffene entlang der Umleitungsstrecke ihren Unmut über die Entscheidung des Kreises, den Verkehr von der B5 über Kremmin, Neese, Kolbow, Zierzow, Muchow und Blievenstorf zur A 24 umzuleiten, äußerten und eine Rücknahme dieser Umleitung forderten. Die sechs kleinen Orte liegen unmittelbar an der Umleitungsstrecke, die Anwohner ärgern sich über die Zunahme des Lastverkehrs auf den engen Straßen hinter ihren Gartenzäunen.

Viele Fragen hatten die Gemeindevertreter zu der seit dem 8. November anhaltenden Sperrung und den daraus resultierenden Auswirkungen für die betroffenen Gemeinden. "Wir haben alle Verständnis dafür, wenn aufgrund von Baumaßnahmen der Verkehr durch unsere Dörfer umgeleitet werden muss, aber mit dieser Entscheidung der Mautflucht entgegenzuwirken kann und darf nur eine Übergangslösung sein", so Muchows Bürgermeister Karsten Grimm.

Forderung nach Mautpflicht auf der Bundesstraße

Eine endgültige Lösung sieht Grimm nur darin, auch in einigen Abschnitten der Bundesstraße eine Mautpflicht einzuführen. Er verweist auf das Autobahnmautgesetz für schwere Nutzfahrzeuge, wonach eine solche Maßnahme durch Ermächtigung möglich ist, wenn dies zur Vermeidung von Mautausweichverkehren oder aus Gründen der Sicherheit des Verkehrs gerechtfertigt ist. Beide Voraussetzungen sahen die anwesenden Gemeindevertreter einstimmig als gegeben an. "Nicht nur, dass unsere Straßen für eine solche Verkehrsbelastung gar nicht ausgebaut sind, ich sehe vor allem die Sicherheit für unsere Anwohner, insbesondere der Kinder, gefährdet. Die Bushaltestellen für den Schülerverkehr liegen direkt an der Straße, während die Lkw mit zum Teil unangepasster Geschwindigkeit durch unsere Ortschaften rasen", so Grimm weiter.

Gemeindevertreter: Straßen nicht für Lastverkehr geeignet

Der Versuch Thilo Schellings, die tatsächliche Belastung herunterzuspielen, fand in den Augen der Anwesenden nur wenig Verständnis. Tenor der Gemeindeoffiziellen: Sie seien sich zwar darüber im Klaren, dass aufgrund der Umverteilung die Belastung geringer sei als bisher auf der B5, dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass die örtlichen Straßen einer solchen Belastung auf Dauer nicht standhalten könnten. Erste Schäden seien bereits deutlich sichtbar. Auf Winterschäden allein sei dies nicht zurückzuführen. "An einigen Häusern bröckeln schon die Fassaden", sagte gestern eine Anwohnerin in Muchow. Nicht unbegründet daher auch die Frage der Vertreter von Kremmin und Muchow, wer in diesem Fall für die Schäden an Straßen und Gebäuden aufkommt.

Auch wenn diese Frage aus Sicht der Gemeidevertreter nicht zufriedenstellend beantwortet wurde, endete die Gesprächsrunde doch zumindest mit einem kleinen Erfolg. Thilo Schelling versicherte, dass es in absehbarer Zeit ein Ende der Übergangslösung geben werde, und zwar ohne dabei das Problem an eine andere Stelle zu verschieben. Dazu ist innerhalb der nächsten zwei Wochen durch den Landkreis ein Statusbericht zu erarbeiten, der den aktuellen Stand der Verkehrsbelastung und -umverteilung verdeutlichen soll. Im Ergebnis des Berichts wird man innerhalb von drei bis vier Wochen noch einmal zusammen kommen, um eine Lösung des Problems zu finden. Diese soll dann endgültig und für alle Gemeinden zufriedenstellend sein.

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