Automobilclub: Blinkmuffel „ganz nett“ mahnen

Kreisverkehr Friedrich-Engels-Straße: Es wird geblinkt beim Einfahren oder gar nicht. Richtig ist es beim Verlassen.  Foto: Klawitter
Kreisverkehr Friedrich-Engels-Straße: Es wird geblinkt beim Einfahren oder gar nicht. Richtig ist es beim Verlassen. Foto: Klawitter

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17. April 2008, 06:56 Uhr

Schwerin - Es soll keine Jagd auf Blinkmuffel geben, beteuert Wolfgang Berndt, Kreisvorsitzender des ACE in Westmecklenburg. Vielmehr gehe es darum, auf „ganz nette Art“ Aufklärungsarbeit zu leisten. „Immer mehr Autofahrer nehmen fälschlicherweise an, es sei ungefährlich oder unnötig, beim Wechsel der Fahrtrichtung oder beim Verlassen des Kreisverkehrs den Blinker zu setzen“, sagt Berndt.

Mit dem grünfarbenen Blinkmuffel auf den Aufklebern des ACE sollen diejenigen Kraftfahrer gemahnt werden, die selten den Blinkhebel betätigen, dass fahrlässiges Fehlverhalten im Straßenverkehr immer mehr Ärger verursacht, so der Kreisvorsitzende. Blinken hingegen fördere Partnerschaft. Das Aushängeschild der Aufklärungskampagne, den kleinen grünen, aufgeblasenen Blinkmuffel, findet Berndt passend. „Wir mögen den Kerl, aber wir wollen ihm keine Chance mehr lassen“, sagt der ACE-Kreisvorsitzende.

Kein Wunder: Allein im Jahr 2006 gab es nach ACE-Angaben mehr als 67 000 Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, nur allein wegen Fehlern beim Überholen, Ein- und Ausparken oder beim An- und Einfahren. Zu den Fehlern, die in diesen Situationen gemacht wurden, gehörte auch die Missachtung der Straßenverkehrsordnung, wonach der Blinker zu betätigen ist.

Immer öfter kommen die Verkehrssünder dabei ungeschoren davon. Von Rechts wegen ist ein Verwarngeld von zehn Euro fällig. Doch einer bundesweiten Umfrage des ACE zufolge bei den Innenministerien der Länder, den Polizeipräsidien und Polizeidirektionen werden bis auf wenige Ausnahmen überhaupt keine Verwarngelder verhängt, wenn nicht geblinkt wird. Statistiken erhebt bis auf Bremen ebenfalls niemand, beklagt Wolfgang Berndt. Dort wurden im Jahr 2006 gerade einmal 14 Verwarnungen aktenkundig.

Ein Grund mehr für ihn, die Kampagne gegen Blinkmuffel in Westmecklenburg zu forcieren.
Bis Ende des Monats werden die ACE-Aktivisten an Kreuzungen, Kreisverkehren und abbiegenden Hauptstraßen in Westmecklenburg Zählungen durchführen, wie oft der Blinker nicht betätigt wurde.

Ein Test unserer Redaktion am Kreisverkehr in der Friedrich-Engels-Straße zeigte, wie wichtig das Thema ist und wie stark sich der Blinkmuffel schon ausgebreitet hat: Von 20 Kraftfahrern griff nur einer beim Verlassen des Kreisverkehrs an den Blinkhebel. Immerhin acht hatten offenbar schon etwas vom Blinken im Kreisverkehr gehört. Sie betätigen den Blinker ihres Autos allerdings fälschlicherweise beim Einfahren in den Kreisverkehr und nicht beim Verlassen.

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