Gemeinde Leezen verlängert Baurecht Jahr für Jahr : Autohof Neu Zittow bleibt ein Planspiel

Autobahn 14  bei Leezen: Die Errichtung eines Autohofes bei Zittow muss warten, bis hier mehr Fahrzeuge rollen. Klawitter
Autobahn 14 bei Leezen: Die Errichtung eines Autohofes bei Zittow muss warten, bis hier mehr Fahrzeuge rollen. Klawitter

Fastfoodrestaurant, Tankstelle, Raststätte, Hotel sowie Parkflächen für Autos, Lkw und Busse an der B 104 nahe dem Abzweig Zittow. Diese Vision ist nicht neu. Doch noch kein Investor in Sicht.

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17. November 2010, 11:43 Uhr

Geschäftiges Treiben an der B 104 nahe dem Abzweig Zittow - in Sichtweite der A 14. Fastfoodrestaurant, Tankstelle, Raststätte, Hotel sowie Parkflächen für Autos, Lkw und Busse. So soll es aussehen auf dem Autohof Neu Zittow. Diese Vision ist nicht neu. Die Idee entstand schon in den 1990er-Jahren. Und der Hoffnungsfunke, dass diese Pläne umgesetzt werden, ist noch nicht erloschen: Die Gemeindevertretung von Leezen stimmte erneut einer "Änderung des Durchführungsvertrages zum Vorhaben bezogenen B-Plan" zu. "Das machen wir nun schon einige Jahre immer wieder im Spätherbst", berichtet Bürgermeister Karl-Hermann Wreth. "Damit verlängern wir das Baurecht um ein weiteres Jahr." Doch viel mehr als das Baurecht gibt es auch noch nicht vom Autohof Neu Zittow.

Hier standen einst alte Ställe, die nach der Wende nicht mehr gebraucht wurden. Es dauerte Jahre, bis hier etwas passierte: Die ehemalige NORD/LB-Immobiliengesellschaft für Mecklenburg-Vorpommern mbH erwarb hier Flächen. Verrottete Stallanlagen wurden abgerissen. Auf mehr als 50 000 Quadratmetern sollte der Autohof entstehen. Dabei war von einer Investitionssumme in Höhe von 6,8 Millionen Euro die Rede. Im Jahr 2002 wurde das Ganze in einem Durchführungsvertrag mit der Gemeinde Leezen so festgeschrieben.

Doch der Autobahnbau am Ostufer des Schweriner Sees kam nicht so schnell voran, wie es sich die Verkehrsplaner in den ersten Jahren nach der Wende vorgestellt hatten. Erst vor knapp einem Jahr wurde das letzte Teilstück der Autobahn 14 errichtet. Nun kann der Verkehr von und nach Wismar auf dieser Nord-Süd-Achse rollen. Die Autobahnen 20 und 24 sind verknüpft worden.

Doch die Anzahl der Fahrzeuge, die die A 14 nutzen, ist gering. "Die derzeitig gemessenen Frequenzen auf der A 14 sind für potenzielle Interessenten nicht ausreichend, in einen Autohof zu investieren", sagt Bettina Benner, Pressesprecherin der Gagfah Immobilien-Management GmbH mit Sitz in Essen. Die einstige NORD/LB-Immobi lien gesellschaft für MV ist im Jahr 2009 in diese Firma aufgegangen. Die neue Eigentümerin selbst will nicht in den Auto hof Neu Zittow investieren. Sie sucht stattdessen für die Umsetzung des Vorhabens einen Partner, der sämtliche Verpflichtungen übernimmt. Über diese Vorgehensweise sei auch die Gemeinde Leezen informiert worden, betont Benner. Zugleich muss die Pressesprecherin einräumen: "Trotz umfangreicher Akquise ist es bis dato nicht gelungen, einen Investor zu finden."

Solche Aussagen werden in Leezen alles andere als gern gehört. Schließlich waren mit dem Projekt Autohof einst große Hoffnungen verbunden, das Gewerbeaufkommen in der Region Ostufer sollte sich deutlich erhöhen. Karl-Hermann Wreth weiß natürlich auch von den Verzögerungen beim Bau der A 14. Doch der Autohof hätte in den zurückliegenden Jahren gerade davon profitieren können. Wreth: "Als noch alle Fahrzeuge auf dem Weg nach Wismar die A 14 an der B 104 verlassen mussten, sind sie direkt an diesem Gebiet vorbeigefahren." Ein bereits bestehender Autohof hätte sich daher bereits profilieren können. In der Gemeindevertretung werden zudem Stimmen lauter, die von der Grundstückseigentümerin mehr als nur ein Vertrösten von Jahr zu Jahr erwarten. Der Verlängerung des Baurechts wurde zwar erneut zugestimmt. Doch spätestens bis zum nächsten Jahr wollen die Leezener konkrete Aussagen zu den Erfolgschancen und zu einem Zeitplan für die Umsetzung des Projekts haben.

Die Gemeindevertreter wissen dabei auch, dass das geringe Verkehrsaufkommen kein vorgeschobener Grund für die Umsetzung des Vorhabens ist. Schließlich werden mit der gleichen Begründung selbst an der Ostseeautobahn vorgesehene Raststätten vorerst nicht errichtet.

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