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Nordwestmecklenburg : Autofahrer wollen sparen

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Klares Ergebnis nach dem Datenabgleich: 10,4 Prozent der Pkw im Kreis NWM haben einen Motor mit mehr als zwei Litern Hubraum. 37,5 Prozent sind mit Motoren unter 1,4 Litern unterwegs.

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erstellt am 04.Jan.2011 | 11:14 Uhr

Männer mögen dicke Dinger, Frauen eher schlanke - klares Vorurteil, wenn es um die Frage geht, was ein Auto unter der Haube haben muss. 37,5 Prozent sind mit Motoren unter 1,4 Litern unterwegs. Der Rest liegt dazwischen und um die höchste Gunst des Publikums konkurrieren die Kleinwagen mit den Pkw mit Motoren zwischen 1 700 und 1 999 Kubik.
Rein zahlenmäßig sieht es im Kreis Nordwestmecklenburg so aus: Von den zu Jahresanfang zugelassenen Pkw waren 23 919 Autos mit Motoren unterhalb von 1 399 Kubikzentimeter. Sie stellten damit 37,5 Prozent der Fahrzeuge. Zwischen 1,4 Liter und unter 1,7 Liter hatten die Motoren in 14 810 Pkw (23,2 Prozent). Die meisten Fahrzeuge ab 1,7 Liter haben mit 18 445 einen Motor in der Klasse 1,7- bis unter 2-Liter (macht 28,9 Prozent). Darüber lagen 6628 Pkw, wobei das Kraftfahrtbundesamt da keinen Unterschied zwischen Vier-, Sechs- oder mehr -Zylinder-Motoren beziehungsweise deren Hubraum macht. Alles über zwei Litern Hubraum wird zur Klasse der "dicken Dinger" gerechnet, die damit rund 10,4 Prozent aller Pkw im Kreis Nordwestmecklenburg stellen.

Wobei aber Liter nicht gleich Leistung ist. Auch Kleine sind zuweilen kräftig: "Angetrieben von einem 73 kW (100 PS) starken 1.4-Liter-Vierventil-Motor, sprintet er von null auf 100 km/h in 9,5 Sekunden", heißt es in der Werbung für den schnellsten Fiat Panda-Kleinwagen und ein bäriges Tempo legen auch die Miniraketen vor, die andere Hersteller im Programm haben. Und es ist auch nicht so, dass ein "kleiner Motor automatisch auch der umweltfreundlichere ist", sagt Klaus Heschke, Pressesprecher des Kraftfahrzeuggewerbes in Baden-Württemberg: "Kleinere Motoren muss man in der Regel höher drehen, um die Leistung abzurufen. Das heißt dann aber, dass sie mehr Sprit verbrauchen." Größere Motoren können deswegen sogar günstiger im Spritverbrauch sein: "Es kommt immer auf die Drehzahl an, die für ein bestimmtes Tempo notwendig ist und auf die Fahrsituation, hohe Drehzahlen und viel Kurzstreckenverkehr treibt den Verbrauch entsprechend in die Höhe, egal bei welchem Motor."

Entsprechend steigt der Kohlendioxidausstoß. Die Angabe dieses Wertes ist inzwischen bei der Ausschilderung von Neuwagen im Autohaus vorgeschrieben. Im Grund ist das aber auch nichts anderes als die früher allein übliche Verbrauchsangabe. Denn der Kohlendioxidausstoß wird aus dem Spritverbrauch errechnet. Die Formel für Benziner: 23,7 x Verbrauchswert. Diese Multiplikation ergibt den Wert in Gramm je Kilometer. Für Diesel gilt: 26,5 x Verbrauchswert. Der höhere Faktor rührt daher, dass Dieseltreibstoff mehr Kohlendioxid produziert. Entscheidend ist deswegen nicht, was beim Autokauf auf dem Papier steht, sondern wie sich Fahrerin oder Fahrer verhalten. Da kommt es nicht nur auf den Motor an: Zu wenig Luftdruck beispielsweise erhöht den Rollwiderstand. Dadurch steigt der Spritverbrauch und damit der Kohlendioxid-Ausstoß. Bei einem um 0,6 bar zu niedrigen Luftdruck kann bis zu vier Prozent mehr Kraftstoff verbraucht werden. Nach EU-Berechnungen kann der Ausstoß mit dem richtigen Luftdruck im Schnitt um 410 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr verringert werden. Außerdem sparts Geld: Bei richtigem Luftdruck lassen sich auch bis zu fünf Prozent der Benzinkosten sparen, sagen die Experten. Und die Reifen halten auch länger.

Wer ein neues Auto kauft, kann den Kohlendioxid-Ausstoß auch senken: Ein durchschnittlicher Neuwagen verbraucht heute bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoff als 2003. Das lässt sich am Kohlendioxidausstoß ablesen, der inzwischen erfasst wird: Damals lag der Durchschnittswert aller Autos bei 196 Gramm je Kilometer, aktuell gilt der Wert von 145 Gramm. Rauf oder runter kann dann wieder von der persönlichen Motorwahl abhängen. Da stehen die Kleinen dann eindeutig in der Gunst der Käuferinnen und Käufer ganz oben. Im Kreis Nordwestmecklenburg nahm deren Zahl verglichen mit der Zeit vor dem Beginn der Abwrackprämie 2009 bis zum Jahresanfang 2010 um 567 zu. In den übrigen Motorklassen sank die Zahl der Fahrzeuge in der Klasse 1 400 bis 1.699 Kubik um 229. In der Klasse 1 700 bis 1 999 kletterte die Zahl der Fahrzeuge um 153. Bei den Autos mit mehr als zwei Litern gab es im Kreis Nordwestmecklenburg einen Anstieg um 368 Fahrzeuge.

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