Geisterfahrt in Sternberg : Auto rollt durch das Stadttor in den Mühlenbach

Bauzäune an der Brücke am Mühlenbach. Ein Auto hatte sich auf der Straße oben an der Kirche selbstständig gemacht, rollte durch das Mühlentor, die Treppe hinunter, beschädigte das Brückengeländer und landete schließlich im Bach. Michael Beitien
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Bauzäune an der Brücke am Mühlenbach. Ein Auto hatte sich auf der Straße oben an der Kirche selbstständig gemacht, rollte durch das Mühlentor, die Treppe hinunter, beschädigte das Brückengeländer und landete schließlich im Bach. Michael Beitien

Ein in der Mühlenstraße abgestellter Opel machte sich selbstständig, passierte das schmale Mühlentor, rollte die Fußgängertreppe hinunter, kollidierte mit dem Geländer einer Brücke und landete im Wasser des Bachs.

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02. Februar 2011, 06:56 Uhr

Sternberg | Spektakulärer Unfall in Sternberg: Ein in der Mühlenstraße abgestellter Opel macht sich kurz nach sechs Uhr am Morgen selbstständig, fährt die leicht abschüssige Straße hinab, passiert das schmale Mühlentor, rollt die Fußgängertreppe hinunter, kollidiert mit dem Geländer einer Brücke und landet im Wasser des Bachs. Gesamtschaden an Brücke und Auto: mehrere tausend Euro.

Polizeisprecher Klaus Wiechmann bestätigte gestern auf SVZ-Anfrage den Vorfall, der sich bereits am Donnerstag vergangener Woche ereignet hatte. Bis dahin gab es keinerlei Informationen der Polizei. Das Pikante: Das Unfallauto gehört einem Polizisten.

Der Beamte aus dem Sternberger Revier hatte seinen Opel in der Mühlenstraße geparkt. Zu vermuten sei, dass der Pkw beim Abstellen nicht ordnungsgemäß gesichert war, so Wiechmann. Die Polizei ermittelt, wie es zu dem Unfall gekommen ist.

Sternberger äußerten sich auch gestern verwundert gegenüber unserer Zeitung, wie der Wagen überhaupt ohne anzuecken von der Höhe des Pfarrhauses bis nach unten rollen konnte, zumal er, wenn er genau in der Spur geblieben wäre, eine Hauswand gestreift hätte. Das Auto soll aber noch von einem Bordstein abgelenkt worden sein, so gestern ein Sternberger gegenüber SVZ.

Für ihn sei schon schleierhaft, wie das Auto unbeschadet genau zwischen den beiden Pollern in Höhe des Museum vorbei gekommen ist, so gestern Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt. Er kann sich nicht an einen ähnlichen Vorfall wie am 27. Januar erinnern, als besagtes unbemanntes Auto durch das Mühlentor rollte.

Vor einigen Jahren war jemand absichtlich im Pkw die Treppen hinunter gefahren, erinnert sich Quandt. Damals führten am Ende der Treppe allerdings noch einige Stufen quer. Und an dieser Stelle kam der Fahrer dann nicht mehr weiter. Einige kräftige Männer hoben das Auto an und befreiten so diesen Mühlentor-Passanten aus seiner misslichen Lage.

In früheren Jahrzehnten sollen auch schon einmal Pferde, die am Markt durchgegangen sind, durch das Mühlentor die Treppe hinunter gestürmt sein. Dabei dient das historische Stadttor längst nur noch als Passage für Fußgänger. Und als beliebtes Fotomotiv für Urlauber und Einheimische. Zum Glück waren hier am frühen Donnerstagmorgen keine Fußgänger unterwegs.

Der Sternberger Bürgermeister sieht nach dem Vorfall keine Notwendigkeit, im Umfeld des Mühlentor etwas zu ändern. "Man kann nicht alle unmöglichen Dinge ausschließen", sagt er. Es gebe auch andere abschüssige Straßen in der Stadt, wo ein Auto herunterrollen könnte, das nicht richtig gesichert ist.

Da durch den Unfall ein Teil des Brückengeländes beschädigt ist, wurde ein Bauzaun aufgestellt. Voraussichtlich in den nächsten drei Wochen soll die Brücke repariert werden. Bis Ende nächster Woche werden dafür die Angebote von Firmen eingeholt, so der Bürgermeister gestern.

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