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Jugendprojekt „Arbeit und Integration durch Austausch“ : Auslandserfahrungen für Außenseiter

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Lernschwach, behindert, kaum vermittelbar: Beschreibungen für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Das Projekt "Arbeit und Integration durch Austausch Schwerin" steuert dagegen.

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erstellt am 05.Jul.2011 | 11:34 Uhr

Lernschwach, behindert oder blockiert, kaum vermittelbar. Beschreibungen für Menschen, die nur allzu oft am Rande der Gesellschaft stehen. Das Projekt "Arbeit und Integration durch Austausch Schwerin (AIDA Schwerin) steuert dagegen, möchte Jugendlichen mit Behinderung beim Zugang zum Arbeitsmarkt unter die Arme greifen. Dazu gehört dort ein Auslandsaufenthalt, auf den sich vergangenes Wochenende zwölf Heranwachsende aus Förderschulen erstmals im Ludwigsluster Jugendgästehaus "Drusenhorst" vorbereiteten.

Das Vorbereitungstreffen auf dem Gelände am "Hamburger Tor" war Auftakt für ein dreieinhalbjähriges Projekt, das zum Ziel hat, insgesamt 130 behinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch praktische Arbeit und Workcamps in vier europäischen Ländern (Litauen, Estland, Dänemark und Frankreich) die Integrationschancen in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern, informiert Trainer René Beber.

Schnell erste Sätze in Litauisch erlernt

Neudeutsch betitelt, trafen sich die Jugendlichen in Ludwigslust zum "Kick-off-Workshop". Für ihr Zukunfts- und Workcamp in der litauischen Hauptstadt Vilnius vom 14. Juli bis 13. August legten sich die Mädchen und Jungen mächtig ins Zeug. Dolmetscherin Laima Möller schmunzelte oft über so manch litauisches Wort aus deutschsprachigem Munde. Doch es dauerte nicht lange, da sprudelten die ersten Sätze in der osteuropäischen Fremdsprache fast perfekt heraus. Überhaupt war nichts von Lernblockaden oder Lernschwäche bei den Workshop-Teilnehmern zu erkennen.

"Die Jugendlichen benötigen in den vier Wochen durchaus die ihnen bisher fremde Sprache, hinzu kommen noch Englischkenntnisse, die ebenso helfen sollen, sich in der fremden Stadt mit über 80 000 Einwohnern zurechtzufinden", erläutert Beder. Praktische Berufserfahrungen zu sammeln, das bieten drei Arbeitsplätze in Vilnius: In einem Jugendhotel kann ein Praktikum absolviert werden, wenn Englischkenntnisse bestehen. Die zweite Chance bietet sich im bauhandwerklichen Bereich. In einem Jugendzentrum soll eine Etage saniert werden. Und als dritte Möglichkeit wird eine Tätigkeit im Bereich Werbung und Marketing angeboten. "Für die Jugendlichen dürfte dieser besondere Auslandsaufenthalt ein Riesenschritt in Richtung soziale Kompetenz bedeuten. Das Projekt bietet Zukunftsperspektiven, das ist bedeutend", meint Beder.

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