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Ursache steht fest, Versicherung zahlt : Ausgebrannt: Pätower rappeln sich auf

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Glück im Unglück hatten Egon und Gundula Lemke, nachdem ihr Haus am 2. Oktober bis auf die Kellermauern niederbrannte. Die Ursache ist ermittelt: Kabelbrand. Die Versicherung kommt für den 100 000-Euro- Schaden auf.

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erstellt am 30.Dez.2011 | 10:12 Uhr

Glück im Unglück hatten Egon und Gundula Lemke, nachdem ihr Haus am 2. Oktober bis auf die Kellermauern niederbrannte. Der Schock über den Verlust aller Habseligkeiten sitze zwar weiter tief, sagt Gundula Lemke, und schaut auf die Reste ihres abgerissenen Hauses. Zumindest aber sei der finanzielle Ruin von ihr und ihrem Mann Egon abgewendet. Die Ursache ist ermittelt: Kabelbrand. Damit komme die Versicherung für den 100 000-Euro- Schaden auf. "Gott sei Dank", so die Pätowerin. "Das war unsere größte Sorge."

Auch dem Bürgermeister der Gemeinde Pätow-Steegen, Holger Maty, ist bei dieser Nachricht ein "Stein vom Herzen gefallen". Mitunter wäre die Belastung sonst so groß gewesen, dass über Jahre eine Ruine im Ort gestanden hätte. Die verkohlten Reste des Hauses sind jetzt innerhalb weniger Tage abgerissen worden. Gestern hat Gundula Lemke mit der Baufirma aus dem Ort erste Details für den Wiederaufbau im Frühjahr besprochen.

Es schmerzt immernoch

"Wir sehen jetzt nur noch nach vorn", sagt sie. Obwohl es immer noch schmerze - gerade jetzt, da sie sich genauer mit allem befassen müssen. Immerhin haben beide das Haus Anfang der 1980er mit eigenen Händen aufgebaut. Wohnzimmer und Bad waren gerade erst frisch renoviert. "Als die Stube abgerissen wurde, bin ich gegangen", sagt Gundula Lemke. "Das konnte ich mir nicht mit ansehen." Ansonsten war sie jeden Tag vor Ort.

Ihr Mann Egon hätte das nicht durchgestanden, sagt sie. Zu sehr mache ihm die Situation noch zu schaffen. Er ist nach Ausbruch des Brandes ins Krankenhaus gebracht worden, weil er psychisch so angeschlagen war, nachdem er selbst noch Löschversuche unternommen hatte. "Man fühlt sich in so einem Moment einfach nur hilflos", beschreibt Gundula Lemke ihre Gefühle von damals. Solche Situationen hatte sie bislang nur im Fernsehen gesehen. Jetzt erlebe sie, wie es sich anfühlt, wenn einem alles genommen wird. Nur ihre Sommersachen trugen sie an jenem Oktoberwochenende am Leib. Von den 5000 Euro, die die Gemeinde auf Initiative von Bürgermeister Maty für die Familie sammelte, kauften sie erstmal das Nötigste. "Wir hatten ja gar nichts mehr." Dass Nachbarn und Mitbürger sich sofort für sie einsetzten, können die Eheleute auch heute noch kaum fassen. Darauf angesprochen schießen ihr wieder die Tränen in die Augen. "So etwas erlebt man heute nicht mehr oft." Ihr Dank gilt allen Spendern, Nachbarn, die sich sofort um sie gekümmert haben, den sechs Feuerwehren, die schnell im Einsatz waren, vor allem aber ihren Eltern, bei denen sie noch bis zum Wiedereinzug wohnen.

Das dauert noch mindestens bis zum Herbst nächsten Jahres. Bis dahin lenke sie sich mit Behördengängen und Baugesprächen ab, ihr Mann Egon geht seit einer Woche nach dem Unglück wieder arbeiten. Ansonsten beginne man zu grübeln, "das ist nicht gut", sagt Gundula Lemke.

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