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20. November 2017 | 13:02 Uhr

Auktion für die Kunst

vom

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2010 | 09:35 Uhr

Berlin/Ahrenshoop | Geldsuche für eine neues Kunstgalerie im Ostseebad Ahrenshoop: In Berlin wird heute zeitgenössische Kunst für den Museumsbau versteigert. Rund 50 Werke haben Künstler und Galerien gestiftet, um mit dem Erlös die Finanzierung des Kunstmuseums zu unterstützen. Das nach den Plänen des Berliner Architektenbüros Staab entstehende Museum soll künftig Werke der Öffentlichkeit präsentieren, die seit Gründung der Künstlerkolonie vor über 100 Jahren in Ahrenshoop entstanden sind. Mehr als 350 Kunstwerke aus unterschiedlichen Schaffensphasen seien bereits im Fundus, sagt Guenter Roese, Vorstand der 2008 gegründeten Stiftung Kunstmuseum Ahrenshoop, im Vorfeld. Das Ostseebad auf dem Darß war nach Worpswede bei Bremen zum Ausgang des 19. Jahrhunderts die bedeutendste Künstlerkolonie Norddeutschlands. Bekannteste Vertreter sind der Kolonie-Gründer Paul Müller-Kaempff, Elisabeth von Eicken und Anna Gerresheim.

Auf der Benefizauktion in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in den Berliner Ministergärten werden u. a. Werke von Hermann Bachmann, Wolfgang Mattheuer, Jonathan Meese und Bernhard Heisig aufgerufen.

Heisig (Jahrgang 1925) hat sein jüngstes Werk "Landweg mit Bäumen" gespendet. Es wird mit 15 000 Euro aufgerufen und hat einen Schätzwert von 30 000 Euro.

Heisig, der zu den Begründern der "Leipziger Schule" gehört, hatte in den 50er Jahren oft Ferien in Ahrenshoop verbracht. Seither sei er dem Ostseebad stets verbunden gewesen, betont der Berliner Verleger, der seit 20 Jahren auch einen Wohnsitz auf dem Darß hat. Vor sechs Jahren habe Heisig für die bundesweit geschätzten Ahrenshooper Kunstauktion exklusiv eine Lithografie gefertigt.

Der Grundstein für das Kunstmuseum Ahrenshoop soll 2011 gelegt werden. Zur Eröffnung im Jahr 2013 plant Roese eine Exposition, die "einen ersten Querschnitt bedeutender Werke aus dem Bestand der Sammlung" zeigen soll. Später seien dann Expositionen zu einzelnen Künstlergruppen und bestimmten Themen in dem neuen Museum angedacht.

Der Museumsbau selbst wird Roese zufolge den im Ort vorherrschenden ländlichen Bautyp widerspiegeln. Der Komplex bestehe aus fünf einzelnen Häuschen, die aber durch Verbindungen miteinander verschmelzen. Ursprünglich habe der Architektenentwurf acht Häuser vorgesehen. Doch auch wegen Mangels an Parkmöglichkeiten am Museum sei die Variante auf Wunsch der Gemeindevertretung etwas abgespeckt worden.

Finanziert wird das 4,5 Millionen Euro teure Bauprojekt Roese zufolge zur Hälfte vom Bund und vom Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseums. Der Verein habe schon 1,5 Millionen Euro aufgebracht.

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