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Stauwerke am Augraben zwischen Dehmen und Rossewitz verschwinden : Augraben der Natur zurück geben

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Mit der Demontage von drei Stauwerken und Veränderungen an der Panzerbrücke wird die Durchgängigkeit des Augrabens auf einem Abschnitt zwischen Dehmen und Rossewitz wieder hergestellt.

svz.de von
erstellt am 26.Mär.2011 | 02:11 Uhr

Güstrow | Mit der Demontage von drei Stauwerken und Veränderungen an der Panzerbrücke wird die Durchgängigkeit des Augrabens auf einem Abschnitt zwischen Dehmen und Rossewitz wieder hergestellt. "Wir erfüllen damit die Forderungen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie", betont Jürgen Nawrocki, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Nebel. Rund 130 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, das mit EU- und Landesmitteln sowie aus Ausgleichsmitteln finanziert wird. Im April sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Die Wehre am Augraben, so erklärt Nawrocki, seien vor Jahrzehnten gebaut worden, um im Interesse der Landwirtschaft die Wasserstände in den Wiesen zu regulieren. Diese Bauwerke seien zum einen marode, zum anderen behindern sie die Durchgängigkeit des Augrabens für Fische und andere Wasserlebewesen. Während bei den Staus II und III - so die exakte Bezeichnung - lediglich das Bauwerk entfernt wurde, entstünden am Stau I ein Grundablass, ein Hochwasser-Überlauf und ein Fischaufstieg. Den Grundablass benötige man, um für die Landwirte auch weiterhin bei Bedarf den Wasserspiegel regulieren zu können. "Der Wasserspiegel kann dann abgesenkt werden, wenn die Landwirte auf die Flächen fahren müssen", sagt der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes.

Weiterhin, so informiert Nawrocki, werde an der so genannten Panzerbrücke die Betonsohle mit Sediment aufgefüllt. Auch damit solle die Durchlässigkeit für Fische und wirbellose Tiere erleichtert werden.

Generell gehe man von eher weniger Lebewesen im Augraben aus, bestätigt auch Nawrocki, aber Untersuchungen hätten durchaus Vorkommen ergeben. Hechte solle es beispielsweise geben. "Mit den veränderten Bedingungen im Augraben wird sich auch das Leben im Gewässer verändern und entwickeln", denkt Nawrocki. Genau das fordert die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Mit dem Ziel die Pflanzen- und Tiervielfalt am und im Fluss zu sichern und zu vergrößern, sollen Gewässer wieder in ihren ökologischen Zustand zurückversetzt werden.

Schon vor einigen Jahren, daran erinnert der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Nebel, war über das Moorschutzprogramm jenseits der Autobahn A 19 Richtung Norden im Bereich Zehlendorf/Recknitz ein Abschnitt des Augrabens renaturiert worden. Auch hier war eine Fischaufstiegsanlage gebaut worden. Der Wasserstand sei so reguliert, dass ein Vernässen der Flächen am Augraben möglich wurde, sich also wieder ein Moor entwickeln könne, so Nawrocki. 200 Hektar seien damals aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen worden.

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