Augenarzt öffnet Praxis in Bützow

Am kommenden Montag praktiziert nach knapp sechs Jahren Pause erstmals wieder ein Augenarzt in Bützow. Eine Rostocker Facharztpraxis bietet ab sofort Sprechstunden in der Bützower Warnow-Klinik an, zunächst für eineinhalb Tage in der Woche. Es könnten mehr werden.

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30. September 2008, 06:27 Uhr

Bützow - Heinz Rietze ist erleichtert. Seit die Bützower Augenarztpraxis vor fast sechs Jahren schloss, fährt der 73-Jährige nach Güstrow zum Facharzt. Er will künftig die Sprechstunden in der Warnow-Klinik nutzen. Klinik-Geschäftsführer Thomas Blum rechnet mit einer großen Resonanz. „Gerade für ältere Menschen ist das sehr wichtig“, sagt Blum. Seit die letzte Bützower Augenärztin ihre Praxis in der Warnowstadt schloss, „klafft eine riesengroße Lücke“, sagt der Rostocker Augenarzt Dr. Norbert Schulz. Bützow sei in diesem Punkt unterversorgt.

Schulz kennt die Sorgen vieler, vor allem älterer Patienten. In seiner Gemeinschafts-Praxis in der Kröpeliner Straße in Rostock ließen sich viele Menschen aus der Bützower Region behandeln. „Wir wollen versuchen, diesen Mangel jetzt abzupuffern“, sagt Schulz. Seine Praxis eröffne am kommenden Montag in Bützow eine so genannte Nebenbetriebsstätte. „Erst vor einigen Jahren schuf der Gesetzgeber die Möglichkeiten dafür“, sagt Thomas Blum. Seitdem ist die Eröffnung einer Zweigniederlassung in Bützow Thema. Für eine volle Praxis fand man keinen Mediziner.

Glückliche Umstände sorgten außerdem dafür, dass sich die Rostocker Augenarztpraxis für eine Bützower Niederlassung entschied. „Seit eineinhalb Jahren stocken wir unser Personal auf. Jetzt haben wir einen jungen Arzt eingestellt, der aus der Region stammt“, erzählt Norbert Schulz. Robert Kraak, seine Mutter ist Allgemeinmedizinerin in Tarnow, werde künftig die Sprechstunden in Bützow abhalten. Außerdem arbeiten in der Rostocker Praxis zwei Schwestern aus der Region, die dann in Bützow mit tätig sein werden.

Geöffnet sei zunächst nur an eineinhalb Tagen in der Woche, und zwar montags und freitags. „Das ist leider noch sehr eingeschränkt; unser Ziel sind drei volle Tage“, sagt Augenarzt Norbert Schulz. Wer noch mobil sei, müsse vermutlich auch weiterhin weite Wege in Kauf nehmen. Gedacht sei zunächst vor allem an die Patienten, die „nicht mehr geh- und sehfähig sind“, sagt Schulz.
Die Praxis eröffnet im Ärztehaus der Warnow-Klinik, die dafür ehemalige Wohnräume umbaute. „Das Haus ist jetzt voll“, sagt Klinik-Geschäftsführer Thomas Blum. Dort befinden sich bereits eine Schmerztherapie- und eine Dialyse-Praxis, eine Logopädie und eine Physiotherapie.

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