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Nordischen Krieg und die Schlacht bei Gadebusch : Auftakt für das Jubiläumsjahr

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Es ist nun 299 Jahre her, dass zwischen Gadebusch und Wakenstädt, die Schweden im Nordischen Krieg ihren letzten großen Sieg gegen die dänische Armee errungen. General Magnus Stenbock stand damals....

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erstellt am 03.Mär.2011 | 12:01 Uhr

Es ist nun 299 Jahre her, dass zwischen Gadebusch und Wakenstädt, die Schweden im Nordischen Krieg ihren letzten großen Sieg gegen die dänische Armee errungen. General Magnus Stenbock stand damals im Dezember bei Eis und Schnee einer Übermacht gegenüber, die seine Soldaten überraschend besiegten. Dieses Ereignis jährt sich im kommenden Jahr zum 300. Mal, und daran soll in Gadebusch erinnert werden. Einen ersten Einblick in die Zeit des Nordischen Krieges und in die Geschichte der schwedischen Monarchie gibt am Montag, 7. März, der Historiker Jörg-Peter Findeisen aus Trier. Der Professor für Geschichte der Neuzeit ist ein herausragender Kenner der Geschichte Skandinaviens.

Sein Vortrag, der am 7. März um 18 Uhr in der Museumsanlage beginnt, dient somit als eine Vorbereitung auf die im kommenden Jahr folgende kulturhistorische Konferenz, bei der unterschiedliche Historiker über die Jahre von 1700 bis 1721 informieren.

"Wir haben hier im Landkreis unterschiedliche Fachleute, die sich auch mit den Folgen für die Bevölkerung beschäftigen, während und nachdem Heerscharen durch das Land zogen", sagt Klaus-Jürgen Ramisch, Sachgebietsleiter für Kultur und Tourismus im Landkreis. "Ein anderer Fachmann wird in der Konferenz erklären, welche meist tödlichen Auswirkungen auch scheinbar harmlose Verletzungen mit Hieb- und Stichwaffen der damaligen Zeit hatten", sagt Ramisch, der als gebürtiger Gadebuscher gerne schon zu Schulzeiten etwas über diese Geschichte seiner Heimat erfahren hätte. Doch, wie Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein 1712 berichtet, die Details um die Schlacht von Wakenstädt werden erst seit etwa zwölf Jahren erforscht. "Dabei geht es uns um drei Bereiche", sagt Frank Rohmann. "Einerseits die Erforschung einer der größten Feldschlachten auf mecklenburgischem Grund mit 40 000 Beteiligten und etwa 3000 Toten." Dabei geht es dem Kulturhistorischen Verein 1712 um die historische Aufarbeitung des Ereignisses. "Wir haben mit der Forschung praktisch bei Null begonnen, mit den Aufzeichnungen, die es unter anderem in schwedischen Archiven gibt. Wir fanden zunächst ja nicht einmal das Schlachtfeld", schildert Rohmann. Der zweite wichtige Bereich sei die Förderung des Tourismus - und vor allem bei den Skandinaviern wirkt das von Jahr zu Jahr mehr. Inzwischen kommen jährlich etwa 3500 Touristen aus skandinavischen Ländern nach Gadebusch, weil sie sich für den historischen Kontext interessieren. "Wir hatten im Christinenhof im vergangenen Jahr etwa 4000 Gäste aus Skandinavien, von denen aber nicht alle wegen der Schlacht kamen", sagt Gastronom Klaus Leuchtemann. Für das kommende Jahr mit den unterschiedlichen Aktivitäten zum Jubiläum prophezeit er Gadebusch, dass die Zahl der Hotelbetten knapp werden könnte. Dazu passend sagt Klaus-Jürgen Ramisch über das Gadebuscher Jubiläum: "Leipzig soll neidisch werden. Dort wird ein Jahr später das Jubiläum der Völkerschlacht begangen." Als dritten Bereich nennt Rohmann das sichtbare Erlebnis für Touristen und Einheimische. Für das Jubiläumsjahr mit dem Slogan "Gemeinsam im Norden" sind schon viele Programmpunkte geplant. So wird das Gadebuscher Münzfest ganz im Zeichen der Schlacht bei Wakenstädt mit historisch gewandeten Schweden und Dänen gefeiert. In der kulturhistorischen Konferenz werden Wissenschaftler sprechen, aber auch Nachkommen der damals Beteiligten wie Astrid Heinsen, eine Nachfahrin von Magnus Stenbock, werden zu Wort kommen. "Außerdem haben wir Kontakt zu einem Nachfahren von August dem Starken von Sachsen", sagt Frank Rohmann. Da August der Starke zu der Zeit König von Polen war, wären mindestens drei ausländische Partner am Jubiläumsjahr beteiligt, was europäische Fördermittel einbringen könnte.

Zudem sollen im Jubiläumsjahr erstmalig wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert werden, die unter anderem aus den Arbeiten der mecklenburgischen Landes-Historiker und -Archäologen hervorgehen. Auch zwei Studenten arbeiten eng mit dem Kulturhistorischen Verein zusammen und es wird eine Doktorarbeit erstellt. Besonders Anschaulich wird es im kommenden Jahr wohl für alle Gäste aber auch die Organisatoren, wenn sich in der Woche des Münzfestes knapp 300 Darsteller in historischen Uniformen der Schweden und Dänen bei Wakenstädt gegenüber stehen, Kanonendonner hallt und die schwedischen Truppen den Hügel bei Wakenstädt erstürmen. Dort wird zu Ehren der 300 getöteten Soldaten dann ein Feldgottesdienst angehalten. "Es geht uns nicht darum den Krieg oder das Militär zu verherrlichen, sondern das Wissen um die Geschichte zu erhalten und der Gefallenen zu gedenken", betont Rohmann.

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