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Widerstand von Bürgern : Aufstand gegen Hühnerfabriken

vom

Eine Broilerfabrik in Scharbow. Ein holländischer Investor, der in Barnin eine Legehennenfabrik errichten will. Pläne für zwei Legehennenbatterien in Lüblow - der Widerstand von Bürgern formiert sich.

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erstellt am 25.Mär.2011 | 10:59 Uhr

Eine Broilerfabrik in Scharbow bei Hagenow. Ein holländischer Investor, der in Barnin bei Crivitz eine Legehennenfabrik errichten will. Pläne für zwei Legehennenbatterien mit jeweils über 39 000 Tieren in der Gemeinde Lüblow bei Ludwigslust - der Widerstand von Bürgern formiert sich im gleichen Takt, zuletzt in der Gemeindevertretung Lüblow. Der Kreisbauernverband Ludwigslust sieht keine Tendenz, die Massentierhaltung verstärkt in der hiesigen Region anzusiedeln. Bei den kargen Böden müssten sich die Landwirte allerdings etwas einfallen lassen, ihre Höfe Gewinn bringend zu bewirtschaften, wirft dessen Geschäftsführer Harald Elgeti ein Argument in die Waagschale.

In Lüblow bei Ludwigslust fand keine kontroverse Diskussion mehr statt: Die Gemeindevertretung hat sich in dieser Woche gegen die Baupläne der Mecklenburger Frisch ei Farm Lüblow GmbH gewandt, auf ihrem Territorium zwei Legehennenbatterien zu errichten. Das gemeindliche Einvernehmen wurde versagt, was aber nicht heißt, dass die Pläne bereits vom Tisch sind. Sind die Argumente nicht stichhaltig, kann die Gemeindevertretung durch den Landkreis überstimmt werden. Deshalb hatten sich die Lüblower ihre Entscheidung nicht leicht gemacht, waren das zweite Mal innerhalb einer Woche zusammen gekommen, um an der Argumentation zu feilen. Man wolle die Baupläne auf jeden Fall verhindern, kündigte die 2. stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Schewe an. Sie sieht das Votum der Gemeindevertretung durch den Willen des Gros der Bürger gestärkt. In Lüblow und Neu Lüblow sind Unterschriftenlisten gegen die Pläne unterwegs. "Die Resonanz ist groß", so Schewe. Gefordert wird unter anderem eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung mit einer umfassenden Beteiligung der Öffentlichkeit. Wegen der Pläne für zwei Anlagen auf engem Raum hätte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) nach Auffassung der Lüblower das kumulierende Verfahren anwenden müssen, was aber nicht geschehen sei. Die Lüblower sind entschlossen, jeden legalen Weg zu ihrem Ziel zu gehen.

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