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Sprechstunde bei Tierarzt Dr. Jens-Christian Rudnick : Aufmerksamkeit zum Fest schenken

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Was müssen Haustierbesitzer für das Fest beachten? Wo lauern Gefahren? Diese und andere Fragen beantwortete Tierarzt Dr. Jens-Christian Rudnick. Sein Fazit: Auch an Weihnachten schätzen Vierbeiner gewohnte Abläufe.

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 07:26 Uhr

Unsere Leserin Miriam T. aus Rostock schrieb einen Brief an unsere Redaktion und stellte folgende Frage:
Unsere Hündin Kyra ist jetzt 10 Monate alt und wir feiern demnächst das erste Weihnachtsfest mit ihr. Was sollen wir beachten? Kommen eventuelle Gefahren auf uns zu? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Liebe Frau T.,

schön, dass Sie sich bereits jetzt Gedanken darüber machen, das Weihnachtsfest für Sie und Ihr vierbeiniges Familienmitglied angenehm und stressfrei zu gestalten. Was wir Menschen als gemütlich und feierlich bezeichnen, würden einige Hunde gegenteilig bewerten. Viele unbekannte Eindrücke müssen von Hund, Katze oder Wellensittich zum Fest verarbeitet werden. Hunde legen großen Wert auf regelmäßige Abläufe. Regeln und Rituale sind sinnvoll für Tiere und geben Sicherheit. Folgende Tipps helfen Kyra und vielen anderen Heimtieren gesund und glücklich über die Feiertage:

Weihnachtsbaum


Wählen Sie den Weihnachtsbaum bewusst aus. Suchen Sie einen standsicheren Platz in der Wohnung. Weihnachtsbäume werden mit Schädlingsbekämpfungsmitteln bespritzt. Während wir Menschen das nicht wahrnehmen, kann der Hund als Nasentier sehr empfindlich darauf reagieren. Bäume dienen den Hunden in der Natur vorwiegend zur Orientierung und Informationsweitergabe durch Markieren. Nun macht sich plötzlich einer auf dem Platz breit, auf dem sonst das geliebte Hundebett lag. Und es haben Eichhörnchen, Maus und Fuchs ihre Spuren hinterlassen. Kein Wunder, dass einige Hunde versuchen, das Gleiche zu tun.

Kerzen und Lichter

Verzichten Sie auf echte Kerzen. Viele Tiere empfinden Rauch und Feuer als Gefahr. Fluchtwünsche werden wach. Gefährlich haben sich die brennenden Kerzen auch für Katzen herausgestellt. Sie sind es gewohnt, Bäume zu erklimmen, aber nicht, dabei auf die weihnachtlichen Lichter zu achten. Auch manchem fliegenden Wellensittich sind die Baumkerzen zum Verhängnis geworden und er wurde mit versengten Flügeln zum Tierarzt gebracht. Werden die brennenden Lichter in Hundehöhe angebracht, besteht die Gefahr, dass das Feuer beim Rutenwedeln das Fell oder andere Zweige entzündet. Bei elektrischen Kerzen achten Sie bitte darauf, dass der Hund nicht anfängt, an den Kabeln zu knabbern. Am besten, Sie lassen Hund und Baum nicht allein im festlichen Zimmer.

Lametta

Vorsicht mit Lametta! Es glitzert wunderschön, knistert fein und bewegt sich sogar. Ein schönes Spielzeug für Katzen? Nein. Denn Lametta ist gefährlich. Beim Jagen und Erbeuten kann es leicht gefressen werden. Lametta kann einen Darmverschluss oder andere Beschwerden verursachen. Das Gleiche gilt für Geschenkband und alle fadenähnlichen Gegenstände, die zum Spielen ausprobiert werden. Sie sind nicht für Katzen geeignet.

Baumschmuck

Vorsicht mit den Weihnachtskugeln! Freuen sich die Menschen nicht riesig über apportierte Bälle? Dieser Gedanke muss etlichen Hunden durch den Kopf geschossen sein, als sie den Weihnachtsbaum plünderten und die glänzenden Kugeln abnahmen. Schnittwunden gehören noch zu den harmlosesten Verletzungen, mit denen dabei zu rechnen ist. Werden Splitter verschluckt oder gelangen sie ins Auge, ist sofort der Tierarzt aufzusuchen. Die Glitzerkugeln finden bei den Katzen ebenfalls Anklang. Und sie sind in ihren Pfoten genauso gefährlich.

Ernährung

Bleiben Sie bei der gewohnten Ernährung. Auch zum Fest wirken Knochen verstopfend und verursachen schwere Bauchschmerzen bis zum Erbrechen. Ich rate dringend davon ab, Geflügelknochen oder andere Essensreste zu geben. Auf Entenfett reagieren Hunde mit Durchfall. Die feinen Gewürze kitzeln zwar unsere Gaumen, führen bei Niere und Leber unserer Vierbeiner jedoch zu Problemen. Gönnen Sie Ihrem Liebling eine neue Sorte seiner gewohnten Futtermarke oder einen neuen Zahnpflegesnack. Schützen Sie Ihren Vierbeiner vor Schokolade und Nüssen. Diese Genussmittel können bei Hunden schwere Vergiftungen hervorrufen. Je dunkler die Schokolade, desto problematischer. Vor allem Macadamia-Nüsse machen Hunden zu schaffen. Am besten, Sie lagern die Süßigkeiten gut und sicher, unerreichbar für ihren Vierbeiner.

Pflanzen

Zum Weihnachtsbaum gehört für viele der Weihnachtsstern. Dieses Prachtstück sollten Sie in der Wohnung unbedingt so stellen, dass unser feuchtnasiger Mitbewohner keinen Kontakt zu ihm hat. Der Weihnachtsstern zählt als Wolfsmilchgewächs nämlich zu den Giftpflanzen.

Geschenke

Die Auswahl im Zoofachhandel ist überwältigend. Vom Intelligenzspiel bis zum Futterball sind den Überraschungen keine Grenzen gesetzt. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Aber eines ist sicher: Am meisten genießt Ihr Tier Ihre Aufmerksamkeit! Schenken Sie Zeit, die Sie zum ausgiebigen Spiel oder zu erholsamen Spaziergängen nutzen.

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