Große Einigkeit beim Streitgespräch über die Zukunft des Landes : Auffallender Mangel an Leuchttürmen

<strong>CDU-Spitzenkandidat </strong>Caffier, Ministerpräsident Sellering: Böse Blicke, keine bösen Worte. <foto>dpa</foto>
CDU-Spitzenkandidat Caffier, Ministerpräsident Sellering: Böse Blicke, keine bösen Worte. dpa

Es hätte der inoffizielle Wahlkampfauftakt werden können, als am Mittwochabend der NDR die Spitzenpolitiker von SPD und CDU, von Linkspartei und FDP in sein Funkhaus in Schwerin einlud. Gestritten wurde dann aber nicht.

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09. Dezember 2010, 08:54 Uhr

Schwerin | Es hätte der inoffizielle Wahlkampfauftakt werden können, als am Mittwochabend der NDR die Spitzenpolitiker von SPD und CDU, von Linkspartei und FDP in sein Funkhaus in Schwerin einlud. "Zwischen Leuchtturm und roter Laterne: Wohin steuert Mecklenburg-Vorpommern nach 20 Jahren Deutsche Einheit?" darüber sollte nachgedacht und auch gestritten werden. Um es vorwegzunehmen, Ersteres gelang nur zum Teil, Letzteres gar nicht.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der Sellering im Wahlkampf angeblich herausfordern will, betonten auf die Fragen von Funkhauschefin Elke Haferburg einträchtig die gemeinsamen Aufgaben bis zur Wahl im September: Kommunalwahlgesetz und Kommunalverfassung, Krankenhaus- und Hochschulgesetz.

Und auch bei den Leuchttürmen waren die Koalitionäre ein Herz und eine Seele: "Wir sind Spitze im Tourismus. Viele Menschen kommen hierher und machen sich ein realistisches Bild vom Land", lobte Sellering. "Ein Touristiker, der 13 000 Euro im Jahr verdient, kann keine Familie ernähren", souffliert Caffier, um dann für einen CDU-Landeschef überraschend eine Attacke auf die Unternehmer zu reiten, die sich "beim Punkt Lohn bewegen müssen". Um den Sack zuzumachen fordert Caffier auch noch: "Viele Arbeitnehmer sollten sich in Gewerkschaften engagieren." Bei Bildung: Einigkeit. Kinder: Einigkeit. Firmenansiedlungen: Einigkeit. Abwanderung: Einigkeit. "Wir brauchen die Menschen, die hierbleiben. Wir müssen alles dafür tun, dass die Menschen hier Arbeit bekommen."

Gegen solche Sätze konnten nicht mal die Oppositionsführer der Linken, Helmut Holter, und der FDP, Michael Roolf, andiskutieren. Und so herrschte unter den Diskutanten selbst ein auffallender Mangel an Leuchttürmen. Roolf forderte, den bestehenden Mittelstand nicht zu vergessen und bei "jungen Menschen (zu) beginnen, in Bildung zu investieren und frühzeitig die Verbindung zu jenen herzustellen, die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen."

Einzig bei Helmut Holter, der Wirtschaftsminister Seidel (CDU) vorwarf, die Arbeitsmarktpolitik zerstört zu haben, blitzte ein klein wenig Wahlkampf auf. Das reichte schon, um herauszuragen.

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