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21. Oktober 2017 | 03:28 Uhr

"Auferstanden aus Ruinen"

vom

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2010 | 06:50 Uhr

Wittenberge | Wann immer eine Verliererstadt aus dem Osten gesucht wird, wann immer es um Bevölkerungsrückgang, Leerstand und Wohnungsabriss geht - Wittenberge scheint aus Sicht überregionaler Medien das ideale Beispiel für all das zu sein. Einen vorläufigen Höhepunkt in dieser Form der Berichterstattung setzte Anfang März das Zeit-Magazin und bebilderte den Beitrag unter anderem mit einem am Kino vorbeilaufenden Pferd.

Das internationale Medienecho für die Elbestadt war verheerend. Dass die Realität eine andere ist und dass sich diese darstellen lässt, beweist die Süddeutsche Zeitung (SZ): "Auferstanden aus Ruinen" lautet am 12. September ein Beitrag zum Spezialthema "Unser Osten".

Klar, kann auch die Süddeutsche den Zusammenbruch der Industrie nach der Wende nicht ausblenden. "Statt blühender Landschaften entstanden Industrieruinen", heißt es und weiter: "Angetrieben von hochspezialisiertem Mittelstand holt der Osten aber seit Jahren auf. Inzwischen spüren einige Westländer den Atem der Verfolger."

Das Singer-Werk habe zwei Weltkriege überstanden, in der DDR bauten die Wittenberger weiter Nähmaschinen. "Nur die Wende, die überlebte die traditionsreiche Fertigungsstätte nicht", formuliert es die Süddeutsche und springt in die Gegenwart. Ralf von Hagen als Zwangsverwalter des Veritas-Parks berichtet von 50 Firmen, die sich hier angesiedelt haben.

Der Beitrag spricht vom aufholenden Osten in den 90er Jahren, von steigenden Investitionen und sieht den Osten mittlerweile gar auf der Überholspur, Beispiel Thüringen: Mit einer Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent befindet es sich auf Augenhöhe mit Nordrhein-Westfalen. Brandenburg gilt laut Wissenschaftler in diesem Jahr als das Bundesland mit der größten wirtschaftliche Dynamik.

Der SZ-Beitrag benennt Beispiele für einen hoch spezialisierten Mittelstand wie Optik in Jena oder Halbleiter um Dresden. Für Wittenberge heißt es: "Neben den kleinen Betrieben im Nähmaschinenwerk wachsen in Wittenberge auch auf dem Gelände der alten Zellwollefabrik Firmen wie die Prignitzer Chemie, die mit Ölen aus nachwachsenden Rohstoffen die Kosmetikindustrie beliefert."

Auch das Potenzial des Tourismus berücksichtigt die SZ, nennt als absolute Boomregion Mecklenburg und vergisst wiederum nicht Wittenberge: "Die Stadt liegt am Elberadweg, dem beliebtesten Radweg der Republik. In der Alten Ölmühle, die direkt an der Elbe liegt, soll ein neues Hotel entstehen und Urlauber in die Stadt bringen."

Parallel zu diesem Printbeitrag hat die SZ für "Unser Osten" in vier Städten einen Kurzfilm gedreht. Neben Leipzig, Hoyerswerda und Stralsund ebenfalls in Wittenberge. In der Ankündigung heißt es: "Nach Jahren der Schockstarre befreit sich Wittenberge vom Fluch der Einheit." Interviewpartner wie Friedrich Wilhelm Baumann als Geschäftsführer der Prignitzer Chemie, Petra Lüdtke vom Bauamt oder Kranhaus-Koch Knut Diete schildern ein realistisches Bild von der Stadt und blicken optimistisch voraus.

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