Aufbruch nach Abstieg in Rostock

Die Mannschaft des FC Hansa Rosock verabschiedet sich von seinen Fans - und von der ersten Liga.
Die Mannschaft des FC Hansa Rosock verabschiedet sich von seinen Fans - und von der ersten Liga.

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11. Mai 2008, 02:27 Uhr

Rostock (dpa) - Sie weinten bitterlich, warfen sich auf den Rasen und nahmen wehmütig Abschied von der Fußball-Bundesliga: Die Spieler des FC Hansa Rostock ließen nach dem feststehenden Abstieg ihrem Seelenkater freien Lauf.

In einer der schwersten Stunden der Vereinsgeschichte richtete Trainer Frank Pagelsdorf seinen Blick jedoch bereits in die Zukunft: "Nur der Wiederaufstieg kann das Ziel sein", sagte der 50-Jährige nach der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen, die den Gang in die 2. Liga besiegelte. Doch ob Rostock in der kommenden Saison um den Aufstieg spielen kann, ist angesichts der wirtschaftlichen Situation des Clubs fraglich. Fest steht allerdings: Der ostdeutschen Traditionsverein setzt weiter auf Pagelsdorf.

"Er bleibt unser Trainer", sagte Hansa-Boss Dirk Grabow mit zitternder Stimme und feuchten Augen: "Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir den Weg zurück in die Bundesliga packen können." Zuletzt war Rostock im Jahr 2005 abgestiegen. Zwei Jahre später machten sie die Rückkehr in die Bell-Etage des deutschen Fußballs perfekt. Nach nur einem Jahr geht es nun wieder abwärts.

Und das ohne Stefan Beinlich: Der ehemalige Nationalspieler soll im Verein einen Posten im Management bekommen. Arbeit gibt es genug. So muss Hansa eine "schlagkräftige Truppe aus die Beine stellen", wie es Beinlich selbst formulierte.

"Wir stehen mit zwei bis drei Spielern kurz vor dem Anschluss. Das Ziel muss grundsätzlich sein, dass wir uns verstärken", erklärte Pagelsdorf, ohne jedoch Namen zu nennen. Dass dies keine großen Namen sein werden, scheint angesichts des 17-Millionen Etats der Rostocker absehbar. Ein möglicher Neuzugang ist Stürmer Robert Lechleiter vom Regionalligisten SpVgg Unterhaching. Den Verein verlassen werden Marc Stein (Hertha BSC), Tim Sebastian (Karlsruher SC) und Routinier René Rydlewicz, der kein neues Vertragsangebot vom Verein erhielt.

Ob der Leverkusener Sascha Dum an die Ostseeküste wechseln wird, bleibt ungewiss. Laut Hansa-Manager Herbert Maronn sei mit Leverkusen bereits Einigkeit über den Transfer erzielt worden. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler wollte davon nichts wissen: "Er bleibt in Leverkusen. So einfach ist das." Es droht ein Rechtsstreit.

Einfach waren auch die Gäste-Treffer: Kapitän Simon Rolfes (40.) und Gonzalo Castro (58.) trafen jeweils per Foulelfmeter. Der Anschlusstreffer von Addy-Waku Menga (67.) läutete zwar noch einmal eine heiße Schlussphase der Rostocker ein, doch Leverkusens Torhüter René Adler rettete seiner Mannschaft mit tollen Paraden den ersten Sieg auf fremden Platz nach fünf Auswärtspleiten in Serie.

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