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Erste heizkostenneutrale Schule MVs in Lübtheen eingeweiht : Aufbruch in neues Schulzeitalter

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Auf Hitzefrei können die Schüler in Lübtheen kaum noch hoffen. Ihre frisch sanierte Schule hat zwar keine Klimaanlage, ist aber im Sommer angenehm kühl. Heizkörper fehlen ebenfalls, trotzdem wird es im Winter warm sein.

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erstellt am 17.Jun.2011 | 06:17 Uhr

Lübtheen | Schulleiter Andreas Cordt gab gestern unumwunden zu: "Mein Herz klopft bis zum Hals. Ich bin glücklich, erleichtert und stolz." Glücklich, weil Schüler und Lehrer endlich in diesem modernen Bau lernen können. Erleichtert, weil die Be- und Entlüftungstechnik offenbar einwandfrei funktioniert. Und stolz, weil seine Schule landesweit die erste Kohlendioxid-freie Schule ist und auch bundesweit nirgendwo sonst ein alter Plattenbau zu einem Passivhaus umgebaut wurde.

Mehr als einhundert geladene Gäste kamen gestern zur offiziellen Schul-einweihung und Namensgebung nach Lübtheen. Für Gymnasialdirektor Leszek Nurczyñski, der aus dem befreundeten Tuchola anreiste, ist die neue Schule eine "Meisterleistung" und eine "energiepolitische Sensation." Umweltminister Till Backhaus ließ für den großen Tag sogar einen Besuch in Berlin sausen. "Dort werden nämlich gerade der Ausstieg aus der Atomenergie besiegelt und Fachgesetze für erneuerbare Energien beschlossen", sagte er. Passender könne der Anlass hier und heute in Lübtheen gar nicht sein. Die Lindenschule wird in Zukunft ohne Heizkosten auskommen. Die Grundwärme kommt aus der Erde durch mehrere 18 Meter tiefe Schächte. "Sie kann ähnlich wie in einer Thermoskanne wegen der extremen Dämmung nicht entweichen", erklärt der Schweriner Architekt Andreas Rossmann. Be- und entlüftet wird über ein ausgeklügeltes Lüftungssystem. "Selbst bei einer Außentemperatur von 35 Grad hatten wir drinnen immer noch angenehme 24", freut sich Schulleiter Cordt. "Der reinste Luftkurort", schwärmen die Lehrer von ihrem neuen Arbeitsplatz. "Immer frische Luft, keine Gerüche und was die Schalldämmung betrifft, eine Eins-A-Akustik."

Mit einer Million Euro hat sich die Stadt Lübtheen an der Sanierung beteiligt, 3,8 Millionen investierte das Land. "Wir haben schon viele Millionen in den Landkreis gesteckt", so Backhaus. "Diese weitreichende Investition in Lübtheen aber sei einzigartig und beispielgebend für ganz MV." 30000 Euro wird Lübtheen ab jetzt jährlich an Heiz- und Energiekosten sparen, 116,7 Tonnen Kohlendioxid weniger werden in der Stadt ausgestoßen. "In Lübtheen hat heute ein neues Schulzeitalter begonnen", freut sich Bürgermeisterin Ute Lindenau. Nicht nur energietechnisch. Erstmals nämlich lernen Grundschüler, Regionalschüler und Hortkinder an einem Ort. "Darauf haben wir lange hingearbeitet."

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