Auf Reuters Spuren in Parchim

Wolfgang Thieß, Vorsitzender des Parchimer Fritz-Reuter-Klubs mit dem unlängst erschienenen Flyer. In der Reuterstube des Parchimer Zinnhauses kann auch eine Werkauswahl des niederdeutschen Dichters eingesehen werden. Christiane Großmann
Wolfgang Thieß, Vorsitzender des Parchimer Fritz-Reuter-Klubs mit dem unlängst erschienenen Flyer. In der Reuterstube des Parchimer Zinnhauses kann auch eine Werkauswahl des niederdeutschen Dichters eingesehen werden. Christiane Großmann

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06. April 2010, 09:40 Uhr

Parchim | Ein wichtiges Datum bestimmt in diesem Jahr die Aktivitäten des Parchimer Fritz-Reuter-Klubs: Am 7. November jährt sich der Geburtstag des bedeutenden niederdeutschen Dichters und Erzählers, der dem traditionsreichen Klub seinen Namen gab, zum 200. Mal. Der Verein möchte dieses Ereignis zum Anlass nehmen, um vor allem auch den Bezug Reuters zur Eldestadt stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken: Reuter machte in Parchim sein Abitur, bezeichnete die Jahre am Parchimer Gymnasium später sogar als den schönsten Abschnitt seiner Jugend.

Unter dem Motto "Reuter 200" sind in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen geplant, bei denen Fritz-Reuter-Klub, Stadtverwaltung, Heimatbund sowie weitere Akteure an einem Strang ziehen. Bereits am 16. April wird um 10 Uhr im Parchimer Museum eine Wanderausstellung des Fritz-Reuter-Literaturmuseums in Stavenhagen eröffnet. Bis zum 16. Mai vermittelt sie interessante Einblicke in Leben, Werk und Wirkung des niederdeutschen Autors. Der Fritz-Reuter-Klub, der in diesem Jahr selbst sein 55-jähriges Jubiläum begehen darf, hat sich für den 21. April zu um 15 Uhr zu einem Ausstellungsrundgang angemeldet und möchte sich über Reuterspuren in Parchim sowie Parchim in Reuters Werken austauschen. Wer sich ebenfalls auf Spurensuche begeben will, kann sich ab 20. April sogar thematischen Stadtrundgängen anschließen. Außerdem werden Gesprächsrunden im Zinnhaus angeboten. Anmeldungen von Vereinen, Schulen oder anderen Interessierten sind ab sofort möglich (siehe Infokasten). Einblicke in das Verhältnis von Vater Georg Johann Reuter zu seinem Sohn Fritz gibt eine Veranstaltung des Reuterklubs am 29. Mai ab 15 Uhr im Cafè Scholz, für die der Reuterkenner schlechthin - Dr. Arnold Hückstädt aus Seedorf - gewonnen werden konnte. Hoch ist schon jetzt die Erwartungshaltung an ein Projekt der Kreismusikschule Parchim/Lübz und des Teams Medien & Theater der Stadt Lübz, das im Oktober 2010 seine öffentliche Präsentation erlebt: Es widmet sich den Schuljahren des Dichters auf dem Parchimer Gymnasium. Als prominente Mitwirkende konnten Kreistags-präsidentin Gudrun Stein, Parchims Bürgermeister Bernd Rolly sowie der ehemalige Ministerpräsident von MV, Dr. Harald Ringstorff, gewonnen werden. Natürlich führt auch beim großen Parchimer Lesefest am 20. November kein Weg an den Jubilar Fritz Reuter vorbei: De Plattdütschen ut Parchen, das ist die seit 1994 bestehende niederdeutsche Gruppe im Fritz-Reuter-Klub, und der Plattdütsch Kring tau Schwerin lesen am Nachmittag im Zinnhaus mit verteilten Rollen aus "Ut mine Stromtid".

Stichwort: Fritz Reuter

In diesen Tagen erschien in Parchim ein Faltblatt mit Veranstaltungshinweisen anlässlich des 200. Reuterjubiläums in der Eldestadt. Herausgegeben vom Fritz-Reuter-Klub, will es zugleich Anregungen geben, sich Reuters Spuren in Parchim zu vergegenwärtigen und Parchim in Reuters Werken zu erkunden. Thematische Stadtrundgänge zu diesem Thema bzw. Zinnhausgespräche können ab sofort vereinbart werden über die Stadtinformation (Tel. 03871/71550), das Museum (Tel. 03871/213210), den Fritz-Reuter-Klub (03871/212901) sowie den Heimatbund (03871/213210).

Fritz Reuter wurde am 7. November 1810 als Sohn eines Landwirtes, Bierbrauers und Bürgermeisters in Stavenhagen geboren und starb am 12. Juli 1874 in Eisenach. Er besuchte von 1828 bis 1831 das Parchimer Gymnasium, schafft sein Abitur, bricht sein Studium in Rostock und Jena ab. Wegen burschenschaftlicher Umtriebe wird Reuter zum Tode verurteilt, dann zu dreißigjähriger Festungshaft begnadigt und nach sieben Jahren in Dömitz freigelassen. Reuter gilt als bedeutendster niederdeutscher Volksschriftsteller. Hauptwerk: „Ut mine Stromtid“.

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