Auf in die Stadt!

Verschnaufpause beim Einkaufsbummel: Auch die Händler auf den Weihnachtsmärkten im Land erhoffen sich vom verkaufsoffenen Sonntag einen stärkeren Zulauf an ihren Buden. Foto: Hans-Dieter Hentschel
Verschnaufpause beim Einkaufsbummel: Auch die Händler auf den Weihnachtsmärkten im Land erhoffen sich vom verkaufsoffenen Sonntag einen stärkeren Zulauf an ihren Buden. Foto: Hans-Dieter Hentschel

Auftakt im Festgeschäft: Dreieinhalb Wochen vor Weihnachten erwartet der Handel in MV an diesem Wochenende den ersten Kundenansturm. Mindestens jedes zweite Geschäft in den größeren Städten wird auch am Sonntag öffnen. Auf der Geschenkeliste stehen vor allem Elektronik und Gutscheine.

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28. November 2008, 08:25 Uhr

Jetzt klingeln im Handel die Kassen: Viele Kunden werden den Besuch des Weihnachtsmarktes auch zum Einkaufsbummel nutzen und sich in den Geschäften zunächst orientieren, erklärte Heinz Kopp, Landeschef des Einzelhandelsverbandes gestern in Rostock. Am ersten Advent werden viele Läden zusätzlich öffnen, ergab eine Umfrage unserer Zeitung. Schwerin, Rostock, Hagenow, Ludwigslust, Wismar – u.a. diese Städte laden zum verkaufsoffenen Sonntag ein. In Bützow haben die Einzelhändler für die Besucher des Adventsmarktes die Öffnungszeiten ihrer Läden bereits am Samstag bis 18 Uhr verlängert. In Rostock werden die Geschäfte an den folgenden Samstagen parallel zur Öffnungszeit des Weihnachtsmarktes bis 21 Uhr erweitern, teilte der Citykreis Rostock mit. Schätzungsweise 50 bis 70 Prozent der Händler in den mittleren und größeren Städten würden ihre Geschäfte öffnen, meinte Kopp.

Die weihnachtliche Einkaufsstimmung leidet jedenfalls bislang nicht unter den schlechten Wirtschaftsaussichten. „Von der Krise ist nichts zu spüren“, sagte der Verbandschef. „Es gibt keine Anzeichen für einen dramatischen Einbruch.“ Die Verbraucher würden überlegt einkaufen und ließen Vorsicht walten. Andere Kunden planten hingegen, ohnehin vorgesehene Anschaffungen vorzuziehen. Angesichts der Vertrauenskrise der Banken würden sie lieber ihr Geld ausgeben, als es möglicherweise zu verlieren. „Da schenkt man sich vorab schon mal einen Flachbildfernseher oder die neue Couchgarnitur“, meinte der Handelsprofi. Auf dem Einkaufszettel stünden aber auch Heimelektronik und Gutscheine. „Da ist keine Sättigung zu spüren“. Indes können die Verbraucher im diesjährigen Festgeschäft frühzeitiger als sonst mit Rabatten rechnen. Die alte Händlerweisheit, Weihnachten werden keine Preise gesenkt, sei vorbei. Vor allem Unternehmen mit viel Weihnachtsware im Lager sitze „die Angst im Nacken“, es könnte nicht so laufen wie erhofft, sagte Kopp.

Wie in den Vorjahren rechnen die 5000 Einzelhändler in MV aus dem Weihnachtsgeschäft mit einem Zusatzumsatz von 180 Millionen Euro. Die Spielwarenbranche erwirtschafte in den Wochen vor dem Fest fast ein Drittel der Jahreseinnahmen, Uhren- und Schmuckgeschäfte 27,5 Prozent, Elektronikhändler 25 Prozent. Durchschnittlich gebe jeder Einwohner 105 Euro zum Fest aus. Für Kinder sind es im Schnitt sogar 170 Euro, sagte Kopp.

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