Auf der Suche nach „Schlupflöchern“

Wie gut sind die Häuser im Sanierungsgebiet der Altstadt von Rehna gedämmt? Diese Frage kann und will die GOS-Kiel, als städtischer Sanierungsträger jetzt den zahlreichen Hausbesitzern beantworten.

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01. Mai 2008, 03:48 Uhr

Rehna - „Vorsicht Kamera“ hieß es in den zurückliegenden Wochen in Rehnas Altstadt. Wirklich Angst musste allerdings niemand haben, denn mit jedem Klick der Spezialkamera speicherte Sandra Hilbig nur die Wärmestrahlung der Gebäude ab. „Thermographie nennt sich das Verfahren. Es ermöglicht uns festzustellen, wo es so genannte energetische Schwachstellen gibt“, sagt Sandra Hilbig.

Die Mitarbeiterin der GOS-Kiel hat sich auf das Arbeiten mit der 30 000 Euro teuren Wärmebildkamera spezialisiert. Die produzierten Bilder zeigen deutlich, an welchen Stellen der Gebäude Energie verloren geht. Große Schwachstellen – defekte Fenster oder schlecht gedämmte Dächer – sind durch eine Rotfärbung nicht zu übersehen. Kritische Bereiche sind gelb gekennzeichnet. „Durch uns aufgezeichnet wurden die Gebäude in der Hinterstraße, Krugstraße, Bischofsgang und am Freiheitsplatz“, so Hilbig.
Anhand der Ergebnisse sei es im Kieler Büro möglich, Temperaturpunkte zuzuweisen. Dies wiederum ermöglicht eine detaillierte Bewertung der Häuser im Altstadtbereich. Sehr gut zu erkennen seien Temperaturunterschiede von 10 Grad Celsius. „Somit liegt es nahe, dass wir die Aufnahmen vornehmlich in den Wintermonaten gefertigt haben“, sagt Sandra Hilbig.

Auf Grundlage der gewonnenen Daten erhalten jetzt sämtliche Bauherren im Sanierungsgebiet Post von der GOS. Im Brief mit enthalten, ist die ein oder andere Thermographie. Hausbesitzer, denen daraufhin bewusst wird, wo sich die „Schlupflöcher“ an ihren Häusern befinden, bietet die GOS eine Fachberatung an und je nach Sanierungsvariante die Förderung kleinteiliger Maßnahmen. Sprich: Fördergelder aus dem Topf der Städtebausanierung.

Die Überprüfung des Langen Hauses, welches vor wenigen Monaten seiner Bestimmung übergeben wurde, verlief zufriedenstellend. Wenngleich einige Schwachstellen mit grüner Verfärbung auf der Thermographie – an den Holzfenstern des ehemaligen Klostergebäudes – erkennbar sind.

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