Attacke mit Nazi-Symbolen

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10. September 2008, 09:50 Uhr

Schwerin - Ein geistig Behinderter ist auf dem Großen Dreesch von unbekannten Tätern mit Hakenkreuzen und rechten Sprüchen beschmiert worden. Der Vorfall habe sich bereits am frühen Nachmittag des 26. August auf einer Freifläche hinter der Egon-Erwin-Kisch-Straße ereignet, teilte die Polizei erst gestern mit.

„Nach bisherigen Erkenntnissen von Staatsschutz und Polizei haben vermutlich zwei unbekannte Jugendliche dem 21 Jahre alten Behinderten die verfassungsfeindlichen Symbole mit einem Filzstift auf Gesicht und Rücken geschmiert und sein T-Shirt mit rechten Parolen besudelt“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

Das Opfer habe aufgrund seiner erheblichen geistigen Behinderung die Straftat nicht als solche erkannt, was die Täter offenbar ausgenutzt hätten, so der Polizeisprecher weiter. Angehörige des Opfers hätten den Vorfall zwar wenig später bemerkt, aber nicht die Polizei informiert. Die Beamten seien erst von der Betreuerin des behinderten jungen Mannes eingeschaltet worden, die am Mittwoch vergangener Woche Anzeige erstattet habe, so Wiechmann.

„Tat erinnert mich an Euthanasie-Programm“
Die Tat löst in der Landeshauptstadt Entsetzen und Empörung aus: „Einen Wehrlosen so menschenverachtend und respektlos zu behandeln, ist eine Schande, das macht mich zutiefst betroffen“, sagt Vize-Stadtpräsidentin Marleen Janew. Sie fordert alle Schweriner zu Zivilcourage auf: „Wann immer es geht, müssen wir uns rechten Umtrieben auch im Alltag entgegenstellen.“

Von einer „verabscheuungswürdigen Tat“ spricht Manfred Rehmer, Vorsitzender des Schweriner Behindertenbeirates. „Der Vorfall zeigt erneut, dass der braunen Brut die Würde des Menschen nichts wert ist.“ Ihn erinnere die Tat an das Euthanasie-Programm der Nazis, das auch in Schwerin zur Ermordung behinderter Menschen geführt habe.

Die Polizei sucht jetzt Zeugen der Tat, die sich am 26. August zwischen 13 und 13.45 Uhr ereignet hat. Hinweise unter Telefon 20 70 22 22 oder an jede andere Polizeidienststelle.

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