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Wismar: Seit 110 Jahren steht das Schiff auf eichenem Kiel

: Atalanta zum zehnten Mal aufgetakelt

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Seit dem vergangenen Wochenende steht die "Atalanta" wieder unter Segeln. Damit ist der einstige Lotsenschoner im 110. Jahr seiner Existenz gut für die kommende Saison gerüstet.

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2011 | 11:28 Uhr

Seit dem vergangenen Wochenende steht die "Atalanta" wieder unter Segeln. Damit ist der einstige Lotsenschoner im 110. Jahr seiner Existenz gut für die kommende Saison gerüstet.

Das große Gewusel an Deck des Zweimast-Gaffelschoners "Atalanta" war ein echter Kontrast zur bisherigen Winterruhe. Doch die gab es eigentlich nicht wirklich, denn der historische Segler, der inzwischen 110 Jahre auf eichenem Kiel steht, erlebte bereits eine umfangreiche Überholung. Doch viele Arbeiten blieben den Blicken der Öffentlichkeit verborgen. Das traditionelle Auftakeln bildete nun lediglich den Abschluss aller Aktivitäten zum beginnenden Saisonstart.

Etwa 50 Akteure waren es, die dazu aus allen Himmelsrichtungen angereist kamen. "Eine Beteiligung, wie lange nicht mehr", freute sich Steuerfrau Trixi Hübner als eine derjenigen, die mit anderen Vereinsmitgliedern aus Berlin angereist waren. Gefreut hat es ebenso Oberbootsmann und Schiffsarzt, Dr. Georg Grahlmann. Er hatte alle organisatorisch gesehen, alle Leinen in den Händen.

Bereits recht früh besetzten Teams unter Regie von Schiffsführern und Steuerleuten alle Stationen, wie Klüverbaum, Schoner- und Großmast. Weitere Seglerprofis agierten indessen in luftiger Masthöhe. Das restliche "Bodenpersonal" sorgte für das Bereitstellen von Ausrüstung.

Bewusst erlebten allerdings nur wenige mit, dass der Segler inzwischen schon zum zehnten Mal für den Saisonstart flott gemacht wurde. Es war 2001 als der 36 Meter Schoner nach etwa sieben Jahren Generalreparatur zum ersten Mal wieder auf Fahrt ging. Als letzter Hamburger Eigner stellte die Warburg Bank das Fahrzeug 1991 stark renovierungsbedürftig und nicht mehr seeklar außer Dienst. Durch eine Schenkung wurde sie dann Eigentum des 1994 gegründeten Wismarer Atalanta-Fördervereins.

"Diejenigen, die seit der Gründung noch immer aktiv dabei sind, kann man heute an einer Hand abzählen", erinnert sich der inzwischen 75-jährige Georg Grahlmann. Nach der Mittagspause mit gleichzeitigem Saisonauftakt in der Bordkombüse, dauerte es nicht mehr lange und die sieben braunroten Segel befanden sich wieder an ihrem Platz. Schon am Sonntag stellte die betagte Lady bei einer Testfahrt bis Timmendorf ihr hervorragendes Seeverhalten erneut unter Beweis. Noch bis zum Osterfest sind die weiteren Wochenenden Ausbildungsfahrten der Stamm-Crew vorbehalten. Was dann folgt, sind neue, anspruchsvolle Törnangebote über die gesamte Saison.

Zum Saisonstart erweist sich der segelnde Oldtimer als sehr würdiger Repräsentant seines Alters. Denn das ist dem Lotsenschoner mit dem vielen, gepflegten Holz absolut nicht anzusehen. "Das ist ganz sicher so und sehr erfreulich", bestätigt Vereinsvorsitzender Peter Schurbaum. Dabei vergisst er nicht, das vielseitige Engagement der Vereinsmitglieder zu erwähnen. Nicht umsonst wurde Wismars ältester Traditionssegler so herausgeputzt. Schließlich will auch er ein würdiger Repräsentant zum 800. Hafengeburtstag der Hansestadt sein.

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