Asphaltblasen auf der A20 werden immer größer

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08. Mai 2008, 06:25 Uhr

Nordwestmecklenburg - Seit zwei Wochen werden die Nerven der Fahrer auf der Autobahn 20 mehr strapaziert als gewöhnlich. Störten sich bisher schon viele an der Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern auf schleswig-holsteinischem Gebiet bis zum Autobahnkreuz Lübeck, müssen sie seit 14 Tagen schon ab Schönberg vom Gas.

Kaum hatte die Lufttemperatur nämlich die 15 Grad Celsius überschritten und die Sonne schien auf den Asphalt, bildeten sich, wie schon in den beiden Jahren zuvor, Blasen in der Decke, die auf dem bundesweit bekannt gewordenen Brüllbeton aufgebracht wurde. Die Knubbel, die anfangs etwa handtellergroß waren, scheinen inzwischen stellenweise ihre Größe auf Tortenformat verdoppelt zu haben.

Vor allem in den Abend- und Morgenstunden, wenn die tiefer stehende Sonne Schatten an den Erhebungen wirft, sind diese deutlich zu erkennen. Außerdem rumpelt es hörbar, wenn die Reifen mit Tempo 100 über sie hinweg rollen. Und schaut man auf die Entwicklung in den Vorjahren, könnte das Tempo sogar noch auf 80 km/h reduziert werden, wenn es eine längere Hitzeperiode gibt.

Ob und wann sich dieser Zustand ändert, liegt in der Hand der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Sie ist Bauherr der A20 und müsste den mecklenburgischen Landesbetrieb Straßenbau in Schwerin beauftragen, die hitzebedingten Schäden zu beheben. Doch bisher tut sich nichts. Vermutlich liegt das an einem Rechtsstreit, der noch zwischen Deges und einer der ausführenden Baufirmen läuft.

Davon weiß auch Matthias Schmitting, Sprecher des ADAC Hansa in Hamburg. „Wir haben allerdings schon früh darauf hingewiesen, dass diese Form der Sanierung nicht funktionieren wird“, so Schmitting. Seiner Ansicht nach könnten nicht immer wieder Reparaturen von Steuergeldern bezahlt werden, die dann nur ein Jahr halten.

Am kommenden Pfingstwochenende werden voraussichtlich viele Urlauber und Ausflügler die A20 in Richtung Ostsee nutzen. Sie werden dann gleich mit einer holperigen Fahrbahn begrüßt, auf der sie maximal hundert Stundenkilometer fahren dürfen, obwohl sie zu den neuesten in der Republik zählt. Matthias Schmitting rät, sich unbedingt an das Tempolimit zu halten. „Kontrolleure werden das Wochenende auf dem Abschnitt bestimmt nutzen und dann kann es teure Fotos aus Nordwestmecklenburg geben“, so der ADAC-Sprecher.

Während Autos relativ problemlos über die Blasen hinweg rollen, können sie für Motorradfahrer eine Gefahr darstellen. Sie sollten auf dem Teilstück zwischen Schönberg und der Landesgrenze besonders aufmerksam fahren.

„Wir haben die Geschwindigkeit zwischen Lüdersdorf und Schönberg auf 100 km/h begrenzt, um unserer Aufgabe der Verkehrssicherung nachzukommen. Außerdem werden regelmäßig Kontrollfahrten unternommen, um den Zustand der Fahrbahn im Auge zu behalten“, hatte Dr. Ulrich Vetter, Sprecher des Verkehrsministeriums bereits vor zwei Wochen erklärt. An dieser Strategie hat sich auch noch nichts geändert, da es noch kein Signal der Deges gibt.

Sollte es kein anderes Mittel gegen die Asphaltblasen geben, müssten sie wie in den vergangenen Jahren wohl wieder aufgebohrt werden, damit die gestaute Luft entweichen kann, die jetzt die Blasen bildet.

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