ASB nicht zu retten, Projekte schon

Der Parchimer Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bundes steht vor dem Aus –

nicht jedoch die Arbeit der 29 Männer und Frauen, die in der Crivitzer Rettungswache sowie in Schulen, Jugendclubs und Senioreneinrichtungen weiterhin tätig sind. Für die Projekte werden neue Träger gesucht, die auch die Angestellten übernehmen sollen.

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15. Oktober 2008, 05:58 Uhr

Crivitz - Plan A ist gescheitert. Denn eigentlich war Rechtsanwalt Andreas Franz als vorläufiger Insolvenzverwalter Anfang September angetreten, um den Parchimer Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mit Sitz in Crivitz zu retten. Doch nachdem der Landkreis Parchim seinen Vertrag zur Betreibung der Crivitzer Rettungswache gekündigt hatte, musste dieses Ziel ad acta gelegt werden. „Ohne die Einnahmen aus dem Rettungsdienst kann der Verein nicht überleben. Die Insolvenz ist nicht mehr abzuwenden“, betont der Rechtsanwalt. Doch wichtig ist, dass der Rettungsdienst und alle weiteren Bereiche weiterarbeiten. „Ich muss den 29 Mitarbeitern ein großes Kompliment machen: Die allermeisten ziehen voll mit“, sagt Franz.

Das ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für Plan B. Und der hat gute Aussichten, umgesetzt zu werden, zeigt sich Franz optimistisch. Denn jetzt geht es darum, die bislang unter Federführung des ASB angebotenen Dienstleistungen und Projekte zu erhalten sowie den Mitarbeitern den Job zu retten. „Dazu führe ich jeden Tag Gespräche – mit dem Kreis Parchim und den Gemeinden, für die der ASB in den verschiedenen Bereichen tätig war und ist.“

Rettungsdienst und Schulsozialarbeit gesichert
Dass die Arbeit ohne Abstiche weiterläuft, ist in einem Bereich sogar überlebenswichtig: bei der Rettungswache. Doch darin sind sich auch alle Beteiligten einig. Der Insolvenzverwalter steht voll hinter dem Vorschlag des Landkreises Parchim, dass bis Ende März unter ASB-Flagge weitergearbeitet wird. Der Kreis schreibt inzwischen die Leistungen neu aus. Einigkeit herrscht darüber, dass die 13 Rettungssanitäter und -assistenten ihre Arbeit auch danach bei einem neuen Betreiber fortführen sollen.

Das ist ein Punkt, auf den der Crivitzer Bürgermeister Ulrich Güßmann großen Wert legt. „Die Leute leisten eine sehr gute Arbeit und kennen sich in der Region bestens aus. Das Zusammenspiel mit den Notärzten vom Krankenhaus Crivitz klappt.“ Wer aber letztlich neuer Betreiber der Rettungswache wird, steht noch nicht fest. Und das wird zudem im Landratsamt entschieden. Ähnlich sieht es in den anderen Tätigkeitsfeldern aus. Hier dauert die Übergangsfrist aber nur bis zum Jahresende, berichtet Andreas Franz. Deutliche Signale gibt es bereits von den vier Schulen (Gymnasien Crivitz und Parchim sowie Regionale Schulen Crivitz und Plau am See) sowie von den Schulträgern für eine weitere Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schulsozialarbeiterin.

Crivitz und Demen stehen zu ihren Jugendclubs

Klar bekannt hat sich auch die Stadt Crivitz, dass sie die Projekte im Jugendbereich und in der Seniorenbetreuung im Bürgerhaus fortführen will. Bürgermeister Güßmann verhehlt aber nicht, dass er über die Insolvenz des ASB enttäuscht ist. „Der Verein hat viele Projekte auf den Weg gebracht, wir als Stadt haben den Verein immer nach Kräften unterstützt.“ Die Stadt Crivitz ist nun auf der Suche nach neuen Partnern, insbesondere für die Fortführung des Freizeittreffs. Gleiches trifft auf Demen zu, Bürgermeister Thomas Schwarz betont, dass der Jugendclub auf jeden Fall erhalten bleibt. Nur für den Jugendclub in Leezen gibt es derzeit noch keine Lösung. Ein Sonderfall ist schließlich die Betreuung und Pflege der Senioren in zwei Crivitzer Wohnanlagen. Doch auch hier haben die Rentner nichts zu befürchten. Diese Arbeit wird von einer separaten gemeinnützigen GmbH des ASB fortgeführt, erläutert Andreas Franz.

Zu den Aufgaben des Rechtsanwaltes gehört es, dafür zu sorgen, dass die Angestellten weiterhin ihr Geld bekommen. Bis Ende Oktober ist das über das Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur abgesichert. Danach werden Löhne und Sozialabgaben aus den Einnahmen beglichen, die die Auftraggeber bezahlen. Im weiteren Insolvenzverfahren wird geprüft, wie viel Schulden der ASB Kreisverband hat und wie hoch die Quote ist, für die dank des vorhandenen Vereinsvermögens Deckung besteht.

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