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Armut droht jedem fünften Prignitzer

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Prignitz | Nach der jüngsten Veröffentlichung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg ist jeder siebente Brandenburger von Armut bedroht. "In der Prignitz ist es sogar jeder fünfte", sagt Torsten Uhe, Erster Beigeordneter des Landrates. Grund dafür sei vor allem der Bezug von Arbeitslosengeld II. Hier liege die Prignitz mit einer Quote von 17,2 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 15,1 Prozent. "In Wittenberge liegt diese Quote bei 22,8 Prozent und im Vergleich dazu sind es in Bad Wilsnack 11,1 Prozent", nennt der Beigeordnete Beispiele.

Die Anzahl der Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften (Juni 2010: 6688) ist gegenüber dem Vorjahr kaum gesunken (Juni 2009: 6740). Diese Entwicklung sei besorgniserregend. Der Landkreis habe ein großes Interesse, langzeitarbeitslose Menschen in Beschäftigung zu bringen. "Möglichst in sozialversicherungspflichtige, da hier auch Beitragszahlungen für die spätere Rente erfolgen", erklärt Uhe.

Gerade jetzt ein sehr wichtiges Thema, da der Bund die Rentenbeitragszahlung für die Hartz-IV-Empfänger einstellen will. Der Landkreis müsste dann den Lebensunterhalt dieser Menschen über die Grundsicherung im Alter sicherstellen.

Deswegen werde der Landkreis stark für das ab dem 1. Juli ins Leben gerufene Beschäftigungsprogramm "Arbeit für Brandenburg" werben, dessen Eckdaten er kürzlich vorstellte (der "Prignitzer" berichtete). "Über eine möglichst mehrjährige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung der Langzeitarbeitslosen und entsprechende Bezahlung können wir der Armutsquote entgegensteuern, wozu auch Maßnahmen des Regionalbudgets gehören", nennt

der Beigeordnete konkrete Möglichkeiten des Kreises. Doch wie kommen Menschen in der Prignitz, die von Hartz IV betroffen sind, damit täglich klar? Georg Emmermann vom Prignitzer Aktionsbündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit kennt die vielen Probleme im Zusammenhang mit Hartz IV.

"Fehlerhafte Bescheide, angedrohte Umzüge wegen zu großer Wohnungen und überforderte Mitarbeiter in den Argen, damit haben wir ständig zu tun." Allerdings könne man in den meisten Fällen gemeinsam mit der Arge eine Lösung finden. "Wir geben Betroffenen Hilfestellung, weisen ihnen den Weg an zuständige Stellen", so Emmermann.

So hilft der Kreis

Der Landkreis bietet unterschiedliche flankierende Hilfen an. Erwähnt sei hier unter anderem die kostenfreie Schülerbeförderung, das kostenfreie Mittagessen an den Schulen in kreislicher Trägerschaft, das Netzwerk Prignitzer Kindeswohl und der kreisweite Sozialpass. Darüber hinaus fördert er Beratungsstellen, aber auch die Tafeln.

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erstellt am 02.Aug.2010 | 07:45 Uhr

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