Arbeitslosigkeit in MV geht weiter zurück - 116 500 auf Jobsuche

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28. August 2008, 03:34 Uhr

Schwerin/Kiel - In Mecklenburg-Vorpommern hält der Rückgang der Arbeitslosigkeit weiter an. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel mitteilte, sank die Zahl der Erwerbslosen im August auf 116 500 und damit auf den niedrigsten August-Wert seit 1991. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Juli von 13,4 auf 13,3 Prozent zurück. Im August 2007 waren bei einer Quote von 15,7 Prozent noch 139 100 Menschen auf Jobsuche.

Damit verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern den stärksten Rückgang aller ostdeutschen Bundesländer. „Und das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte der Chef der Regionaldirektion Nord, Jürgen Goecke. Höhere Arbeitslosenquoten verzeichneten im August erneut Sachsen-Anhalt (13,6) und Berlin (13,8).

Allerdings liegt die Quote im Nordosten noch immer doppelt so hoch wie in den westdeutschen Ländern. Die regional höchste Arbeitslosigkeit in Mecklenburg- Vorpommern verzeichnete der Kreis Uecker-Randow mit 18,5 Prozent, die niedrigste Bad Doberan mit 8,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland insgesamt ging im August um 14 000 auf 3 196 000 zurück. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent zurück.

Goecke äußerte sich zuversichtlich, dass sich der positive Trend im Nordosten auch im Herbst fortsetzt. Nach seinen Angaben wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse innerhalb eines Jahres um 8500 auf 520 100.

Insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Gastronomie, im verarbeitenden Gewerbe und bei unternehmensnahen Dienstleistungen habe es Beschäftigungszuwachs gegeben. Rund 10 000 Menschen absolvieren Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitsagenturen. Entlassungen gab es in der öffentlichen Verwaltung und im Baugewerbe.

Der Beschäftigungszuwachs in wichtigen Branchen des Landes zeigt nach Ansicht von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) „eine robuste und nachhaltige Gesamtentwicklung“ in Mecklenburg-Vorpommern. „Der Arbeitsmarkt ist überdurchschnittlich dynamisch geworden. Die Maßnahmen der Landesregierung tragen dazu bei“, betonte Ringstorff.

Besonders erfreulich sei, dass die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 überproportional zurückging und damit die Chancen auf eine berufliche Zukunft im Heimatland wachse.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sprach von einem „stabilen und stetige Wachstum der Unternehmen“, das die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch halte. So habe die Arbeitskräftezahl im verarbeitenden Gewerbe des Landes im ersten Halbjahr 2008 um 10,1 Prozent zugelegt.

Kritik kam von der Oppositionspartei Die Linke. Durch Leiharbeit, Teilzeit, Minijobs und gering bezahlte Vollzeitarbeit werde das Einkommensniveau immer weiter gedrückt, beklagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Regine Lück. Zudem stehe noch immer zehn registrierten Arbeitslosen nur eine offene Stelle gegenüber.

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