Arbeitslosenzahl in MV erstmals unter 110 000 - Quote 12,5 Prozent

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30. Oktober 2008, 01:25 Uhr

Schwerin/Kiel - Die Arbeitslosenzahl in Mecklenburg- Vorpommern ist im Oktober auf 109 200 und damit erstmals seit Gründung des Landes unter die Marke von 110 000 gefallen. Wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel mitteilte, waren rund 18 300 Menschen weniger ohne Job als im Oktober 2007. Im Vergleich zum September sank die Arbeitslosenzahl um 2500. Bundesweit ging die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um 84 000 auf 2 997 000 zurück.

Damit setzte sich trotz Finanzmarktkrise und Börsen-Turbulenzen der rückläufige Trend fort, schwächte sich aber deutlich ab. Die Arbeitslosenquote sank im Nordosten von 12,7 Prozent im September auf nunmehr 12,5 Prozent. Damit rutschte Mecklenburg-Vorpommern wieder hinter Sachsen-Anhalt vom dritt- auf den vorletzten Platz unter den Bundesländern ab. Schlusslicht bleibt Berlin mit 13,0 Prozent, Spitzenreiter Bayern mit 3,6 Prozent. Im Bundesdurchschnitt waren 7,2 Prozent der Arbeitnehmer auf Jobsuche.

Von der weiterhin positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitierten nach Angaben des Kieler Agenturchefs Jürgen Goecke vor allem jüngere Arbeitslose, deren Zahl binnen Jahresfrist um 15,4 Prozent zurückging. „Dies ist allerdings kein Grund, um die Hände in den Schoß zu legen. Besonders die hohe Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss beunruhigt mich“, betonte Goecke.

DGB trotz Arbeitsplatzzuwachs pessimistisch - keine Entwarnung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich kritisch zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen geäußert. Der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gehe vor allem auf schlecht bezahlte Bereiche zurück. Zudem zeichne sich ein Anstieg der Arbeitslosmeldungen ab, erklärte DGB-Nord-Chef Peter Deutschland am Donnerstag.

In Mecklenburg-Vorpommern hätten sich im Oktober fast 29 000 Menschen arbeitslos gemeldet und damit deutlich mehr als in den Vormonaten. Deutschland äußerte die Sorge, dass die Finanzkrise bald auf die Arbeitsplätze durchschlage. So deuteten sich Probleme bei Werften an, weil Banken keine Kredite geben wollten.

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