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Arbeitslosenquote sinkt erstmals unter zehn Prozent

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Parchim | Das ist das schönste Geschenk zum Einheitsjubiläum: Erstmals seit der Wende knackte die Arbeitslosenquote in der Region mit 9,9 Prozent die Zehn-Prozent-Marke. "Das freut uns natürlich sehr, obwohl wir auch realistisch sind", sagte die Parchimer Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur Cornelia Behnisch gestern zum Arbeitsmarktreport. Ein nicht unwesentlicher Teil des Rückgangs ist natürlich auch äußeren Begleitumständen zuzuschreiben. Zum einen drängen durch den demografischen Wandel deutlich weniger Jugendliche auf den Arbeitsmarkt und zum anderen haben etliche Betriebe noch immer Kurzarbeit.

Insgesamt sind in der Region 1704 Frauen und Männer arbeitslos, das entspricht einer Quote von 9,9 Prozent. Vor einem Monat waren es noch 11,0 und vor einem Jahr sogar 11,6 Prozent. Von diesen 1704 Arbeitslosen beziehen 509 Personen "normales" Arbeitslosengeld. Fast jeder zweite von ihnen ist älter als 50 Jahre, 20 Prozent sind unter 25 Jahre alt. Arbeitslosengeld nach dem Sozialgesetzbuch II, auch Hartz IV-Empfänger genannt, erhalten 1195 Personen, 22 weniger als im Vormonat. Hier ist rund ein Drittel älter als 50 Jahre alt.

Auch wenn diese Zahlen erfreulich stimmen, so darf nicht vergessen werden, dass aktuell in ganz Westmecklenburg (für die Geschäftsstellen liegen keine Zahlen vor) 3691 Personen in "Arbeitsgelegenheiten" integriert, also so genannte Ein-Euro-Jobber sind. In der Region Parchim herrscht in einigen Firmen auch immer noch Kurzarbeit und viele Arbeitgeber nutzen die Zeitarbeit. "Letzteres boomt ein wenig. Viele Betriebe sind noch unsicher über die Entwicklung und stellen neue Mitarbeiter über Zeitarbeitsfirmen ein, um so flexibler auf den Markt reagieren zu können", sagt Behnisch. Sie fordert die Arbeitgeber aber auch auf, bei den Bewerbungen der Schulabgänger mehr Flexibilität zu zeigen. Praktika würden sich beispielsweise anbieten, um zu erfahren, wie sich der Bewerber vor Ort anstellt. "Mitunter sagt das Schulzeugnis nicht das aus, was den Bewerber kennzeichnet", so Behnisch.

Auch wenn es bis Weihnachten noch knapp drei Monate sind, so hat in der Wirtschaft dieses Fest bereits seine Auswirkungen. Einige Callcenter, darunter auch Ticket online sales, suchen bereits Mitarbeiter. Auch im Baubereich sieht es derzeit noch positiv aus. Maler und Tischler werden hier vor allem gesucht.

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erstellt am 30.Sep.2010 | 08:45 Uhr

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