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Neues Kleinprojekt bei Arbeiterwohlfahrt in Güstrow : Arbeitslose aus Isolation holen

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Seit Jahren zu Hause, versunken im Alltagstrott - nicht so einfach für Langzeitarbeitslose. Um diesen Menschen zu helfen, wurde in Güstrow ein neues Projekt ins Leben gerufen: "Fit und aktiv - wir werden gebraucht".

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2011 | 08:02 Uhr

Güstrow | Fit und aktiv sein - für Langzeitarbeitslose oftmals nicht so leicht. Seit Jahren zu Hause - man dreht sich um sich selbst. Um genau diesen Menschen zu helfen, aus ihrem Trott heraus zu kommen, wurde jetzt in Güstrow ein neues Projekt ins Leben gerufen: "Fit und aktiv - wir werden gebraucht".

"Selbstbewusstsein tanken und Eigenmotivation steigern - dabei wollen wir helfen", sagen Kerstin Giese und Uwe Erdmann, die seit September Langzeitarbeitslosen einen Anlaufpunkt bieten. Mit Marion Friedrich, Mitarbeiterin der Güstrower Arbeiterwohlfahrt (Awo), arbeiteten sie das Projekt aus. Beide waren selbst lange arbeitslos und mussten sich immer wieder anhören, sie seien mit über 50 Jahren zu alt für bestimmte Tätigkeiten. "Wir finden, das ist grundsätzlich falsch und kontraproduktiv", sagen sie.

Das Kleinprojekt wurde durch den Verein Bürgerenergie Region Güstrow ini tiiert und vom Landesamt für Gesundheit und Soziales gefördert. Giese und Erdmann organisieren körperliche Aktivitäten, bereiten Veranstaltungen vor, die sich mit gesundem Essen beschäftigen, und bieten Computerkurse an. "Inzwischen sind wir vier Tage in der Woche beschäftigt", so Uwe Erdmann. "Für die Betroffenen ist dies eine Chance, aus den vier Wänden herauszukommen. Man ist nicht mehr nur allein zu Hause und es macht Spaß", sagt er.

Für Andrea Schreiber aus Güstrow ist das Zusammensein mit Gleichgesinnten wichtig. Seit 1994 ist die gelernte Polsterin zu Hause. "Ich habe dann zwar eine Umschulung zur Köchin absolviert, aber keine Arbeit gefunden", sagt die 41-Jährige. Jetzt arbeitet sie ehrenamtlich im Kommunikations-Café der Arbeiterwohlfahrt mit und kommt gern zu den Veranstaltungen. "Viele Freundschaften sind entstanden, es wird auch über Stellenangebote gesprochen, man hilft sich gegenseitig weiter", hebt Marion Friedrich die positiven Aspekte des Projektes hervor. Obwohl es letztlich nicht ihr Anspruch sei, die Teilnehmer in Arbeit zu bringen. "Aber wir wollen sie mobilisieren und sie aus der Isolation holen", formuliert Kerstin Giese.

Von Buchlesungen, Vorträgen bis hin zu handwerklichen Angeboten reicht die Palette. Entweder treffen sie sich im Magdalenenluster Weg 6 oder im Freizeit-Lernberatungs-Zentrum am Platz der Freundschaft in der Südstadt. Regelmäßige Angebote sind Computerkurse am Montag, Wanderungen am Dienstag, mittwochs ist Line-Dance angesagt und donnerstags wird das Handwerkliche gefördert.

"Weitere Interessenten sind gern gesehen", so Marion Friedrich. Sie können sich im Awo-Familienzentrum unter der Telefonnummer 0 38 43/84 24 00 melden und erhalten dort genauere Informationen.


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