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Pastorin Müller hat Baumgartener zur Aktion eingeladen : Arbeitseinsatz für Rasengrabanlage

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Der Friedhof in Baumgarten bekommt eine Rasengrabanlage. "Die Menschen ziehen weg vom Land", sagt Müller, Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Baumgarten.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2011 | 10:25 Uhr

Der Friedhof in Baumgarten bekommt eine Rasengrabanlage. "Die Menschen ziehen weg vom Land und haben deswegen keine Zeit mehr, sich um ihre Gräber zu kümmern. Einige Stellen sind sogar verwaist", sagt Helga Müller, Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Baumgarten. Sie hatte am Sonnabend zu einem Arbeitseinsatz auf dem Friedhof aufgerufen. Ein Dutzend Baumgartener und Qualitzer folgten der Bitte. Sie harkten Laub und Zweige zusammen und richteten vor allem die entsprechende Rasenfläche für die Grabanlage her.

"Ich bin eine gebürtige Baumgartenerin und aus Verbundenheit zum Ort helfe ich hier mit", sagt Christiane Lenz und packt Laubblätter in einer Schubkarre. Zudem seien auch ihre Eltern auf dem Friedhof begraben, fügt sie hinzu. "Der Friedhof geht doch jeden etwas an", sagt Lenz, die jahrelang auch in der Kirchgemeinde aktiv war.

Hügelige Fläche wird mit 30 Tonnen Erde geebnet

Derweil schüttet Andreas Knoche Schaufel für Schaufel Muttererde in eine andere Schubkarre. "Ich mache mit, weil es hier meine Heimat ist", sagt er und bringt den Sand zur Fläche der künftigen Rasengrabanlage. Rund 150 Quadratmeter umfasst das hügelige Stück Erde, auf dem bald Baumgartener bestattet werden können.

"Die Fläche muss begradigt werden", erklärt Helga Müller. Sie weist auf das unebene Areal hin. Einst wurden hier sogar Flüchtlinge begraben. "Nach dem Krieg lebten viele von ihnen in Baumgarten, da hatte das Dorf doppelt so viele Einwohner wie jetzt", erzählt sie. Und bis vor 20 Jahren hätte es auch noch mehr Gräber gegeben.

Um den Platz zu glätten, wurden insgesamt 30 Tonnen Muttererde herangefahren. Schon innerhalb der Woche wurde mit einem Teil davon die Fläche hergerichtet. Am Sonnabend gestalteten die Helfer mit den restlichen zehn Tonnen Muttererde den Platz. Nun muss nur noch der Riesen sprießen. Doch Helga Müller kann sich schon ziemlich genau vorstellen, wie die Fläche künftig aussehen wird. "Jetzt wird nur noch ein Grabstein auf eine Rasenfläche aufgestellt", sagt Müller. Sie deutet auf einen bereits vorhandenen Stein und sagt "So soll das aussehen."

Die Kirchgemeinde hat dieses Jahr schon andere Maßnahmen auf dem Friedhof durchgeführt. So wurde unter anderem der Wasseranschluss erneuert. "Der alte war defekt", sagt Müller. Rund 1800 Euro hat diese Maßnahme gekostet. Geld, das die Kirchgemeinde über viele Monate angespart hatte. "Für die Angehörigen erleichtert sich so die Grabpflege erheblich", erläutert Helga Müller.

Unterdessen haben die fleißigen Helfer bereits mehrere Schubkarren mit Laub gefüllt und abgefahren. Helga Müller und Christiane Lenz harken die restlichen Blätter zusammen und laden sie auf. "Man kann doch stolz darauf sein, wenn der Friedhof wieder in Ordnung ist", sagt Lenz.

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