Arbeitsamt lenkt ein

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06. Juni 2008, 09:23 Uhr

Schwerin - Eine unglaubliche Geschichte nimmt eine gute Wendung: Nachdem ein Fehler der Schweriner Arge Silvia Busch in die Schuldenfalle gestürzt hat (wir berichteten), kann die Schwerinerin aufatmen. Die Behörde kündigte an, die Ausbildung zur Heilerzieherin nun doch zu fördern.

Die Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung für Arbeitssuchende hat der 46-Jährigen „die Förderung einer Einzelumschulung“ angeboten. Das bedeutet: Silvia Busch kann ihre berufliche Ausbildung fortsetzen, ohne weiterhin mittellos dazustehen. Hintergrund: Um der Arbeitslosigkeit zu entkommen, beginnt Silvia Busch eine Ausbildung zur Heilerzieherin – mit der Zusage der Arge, auch weiterhin Anspruch auf Hartz IV zu haben. Nach einem Jahr stellt das Amt jedoch die Zahlung ein, weil die Ausbildung grundsätzlich mit Bafög gefördert werden kann. Dass Silvia Busch dafür zu alt ist, spielt keine Rolle. Die ursprüngliche Bewilligung – „ein bedauerlicher Fehler“ vom Amt, der die Alleinerziehende in die Schuldenfalle stürzte. Ein Fall, der auch in überregionalen Medien für Aufsehen sorgte.

Nun die Wende. „Die Arge hat die Notwendigkeit einer beruflichen Qualifizierung festgestellt“, bestätigt auch Buschs Rechtsbeistand, Andreas Walther, vom hiesigen Sozialverband VdK. In der Konsequenz habe sie einen Bildungsgutschein erhalten. Das wiederum hat zur Folge, dass die Schwerinerin nicht nur wieder Arbeitslosengeld II erhält, sondern auch Fahrtkosten und Kosten für die Ausbildung, etwa Büchergeld, geltend machen kann. Die gestrichenen Beträge werden rückwirkend bis Oktober nachgezahlt. Damit kann sie auch ihre Schulden bei Vermieter und Freunden begleichen. Silvia Busch ist erleichtert und all jenen dankbar, die sie in den vergangenen Monaten unterstützt haben. Eine Restskepsis bleibe jedoch, solange sie nichts schwarz auf weiß hat. Die Klage vor dem Sozialgericht werde sie dann jedoch zurücknehmen.

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