Arbeiten an Karausche dürfen beginnen, Bäume fallen weiter

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19. März 2008, 08:07 Uhr

Die anerkannten Naturschutzverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sollen sich mit ihrem Sachverstand aktiv an den Vorbereitungen der Bundesgartenschau Schwerin im Interesse des Gemeinwohls einbringen. Sie helfen mit ihren Hinweisen den städtischen Behörden, um sachgerechte Abwägungen bei naturschutzrelevanten Genehmigungen sicherzustellen. Dies betonten die Verantwortlichen der Kommune.

Zugleich müssten die Naturschutzverbände aber akzeptieren, dass die Gerichte nicht jeder Kritik folgten, sondern sich „die sorgfältig abgearbeiteten Genehmigungsverfahren der Stadt“ genau anschauten. So scheiterte der BUND sowohl vor dem Verwaltungsgericht Schwerin als auch vor dem Oberverwaltungsgericht Greifswald vorerst mit dem Versuch, notwendige Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Entwässerungssystems im Bereich Karausche/Franzosenweg zu verhindern, so die Stadt.

Die vom Wasser- und Bodenverband durchzuführenden Arbeiten dienen insbesondere der geregelten Ableitung des Oberflächenwassers von Grundstücken am Franzosenweg und damit auch dem so genannten „Naturgarten“ der Bundesgartenschau.

Die Entscheidungen der Gerichte, so der städtische Buga-Koordinator Stefan Schlick, „macht uns zuversichtlich, dass die längst überfälligen Erhaltungsmaßnahmen für die Entwässerungskanäle nun kurzfristig in Angriff genommen werden können und damit auch die Projekte der Buga umsetzbar sind“. Das Verwaltungsgericht Schwerin hielt es laut Stadtverwaltung für nicht nachvollziehbar, dass der BUND nicht wesentlich früher gegen den Bescheid der Landeshauptstadt Rechtsmittel eingelegt hatte und konnte darüber hinaus keine eindeutigen Erfolgsaussichten für den Naturschutzverband feststellen.

Der BUND bemängelt indes, dass der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) im Schlossgarten trotz der massiven Kritik der Schweriner weiterhin die Säge ansetzt. Am 26. Februar hatte der Umweltverband 350 Unterschriften gegen weitere Baumfällungen im Schlossgarten an den BBL, der die Fällungen im Schlossgarten beantragt hatte, und an Oberbürgermeister Norbert Claussen als Vertreter der Genehmigungsbehörde geschickt.

„Ohne Kommentar war am nächsten Tag eine geschützte Baumreihe entlang der Lennéstraße im Schlossgarten gefällt worden“, kritisierte BUND-Experte Jürgen Friedrich. „Am vergangenen Mittwoch wurden nun auch die drei Sumpfzypressen beseitigt. Die Argumentation von Stephan Wenzl, dem ehemaligen Leiter der Außenstelle Schwerin des BBL, dass die Bäume zu dicht standen und in absehbarer Zeit den Blick auf den Hauptturm des Schlosses verdeckt hätten, ist aus unserer Sicht kein hinreichender Grund für eine totale Beseitigung“, so Friedrich.

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