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Schweriner Schleswig-Holstein-Haus: 21. Kunstschau : Ansichtensache

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Es ist eine Entdeckungsreise durch Kunstlandschaften. "lost+found. Die Gegenwart des Bildes" ist der Titel der Jahresschau, in der rund 140 Werke von 24 Künstlern zu sehen sind.

Es ist eine Entdeckungsreise durch viele verwinkelte kleine Kunstlandschaften. Im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus, wo die Landeskunstschau in diesem Jahr Station macht, hat meist ein Künstler einen der Räume des alten Adelspalais zur Verfügung. "lost+found. Die Gegenwart des Bildes" ist der Titel der Jahresschau, in der rund 140 Werke von 24 Künstlern zu sehen sind, Grafiken, Fotos, Gemälde und Collagen meistens, also Bilder im umgangssprachlichen Sinn, aber auch Installationen und Videokunst. "Bilder in der Fläche und Bilder im Raum" nennt Kurator und Künstlerbund-Vorsitzender Sven Ochsenreither das.

Die 21. Kunstschau will sich auch als Plädoyer für eine größere Wahrnehmung der lebendigen Kunstszene durch die Politik verstanden wissen. Darf man da einzelne Werke herausgreifen? Man muss, und es ist reizvoll, denn es steht Zugängliches neben Verrätseltem. Christin Wilckens kubisch-zweifarbige Wandinstallationen wirken in ihrer Reduziertheit hypnotisch, James Itt dagegen lädt mit der monumentalen Collage "Schneewittchen" aus Gemälden, Grafiken und Zeitungs-Altpapier dazu ein, sich geradezu in ein Assoziationsgestrüpp zu stürzen. Als sollten vordergründig leicht verdauliche Bilder den Anfang machen, beginnt der Rundgang im Erdgeschoss mit kleinen Gemälden von Sylvia Dahlmann. Großstadtszenen sind darauf zu sehen, verschwommen, wie durch eine verregnete Windschutzscheibe bei Nacht.

Zwei Türen weiter gibt es tatsächlich einen röhrenden Hirsch in Öl, aber als in waldhafte flächige Braun- und Grüntöne dekonstruierte Variante. Als ästhetisch ansprechender Kommentar zur Wegwerfgesellschaft lassen sich Anka Kröhnkes Collagen aus alten Getränkedosen lesen, Thomas Zieglers "Heroisches Stillleben" beispielsweise lässt die Fahne als düsteren Lumpen über todesbrauner Walstatt wehen und Heyko Dobbertin zeigt glührote Maschinenpanoramen wie aus einer Graphic Novel…

"lost+found" wirkt durch Ort und Räumlichkeiten eher kleinformatig, das täuscht. Es ist ein weites Panorama der Gegenwartskunst in MV entstanden, das einen Rundgang allemal lohnt.

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erstellt am 03.Jun.2011 | 08:16 Uhr

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