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Dobbertin : An die Motorsägen, fertig, los

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Im Dobbertiner Gemeindepark begeisterte am Wochenende das dritte Motorsägenschnitzfestival zahlreiche Schaulustige. Jeder der Teilnehmer zauberte dabei sein ganz eigenes Kunstwerk.

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erstellt am 17.Jun.2013 | 10:49 Uhr

Drei Pfiffe geben den Startschuss, dann reißen alle Teilnehmer des diesjährigen Speedcarving im Dobbertiner Gemeindepark synchron an ihrer Motorsäge und beginnen sofort mit ihrer Arbeit an einer Holzskulptur. Ohrenbetäubend knattert es zwischen den hohen Bäumen des Parks. Die Sägen heulen auf, wie in einem Chor singen sie das selbe Lied vom Sägen eines Holzkunstwerkes. Doch jeder Künstler bei diesem dritten Motorsägenschnitzfestival in Dobbertin sägt sein ganz eigenes Kunstwerk aus den Baumstämmen. Eine Eule, ein Adler, eine Hexe - all das und noch viel mehr können die Motorsägenspezialisten zaubern.

Hoch oben am Himmel steht die Sonne, ihre Lichtstrahlen prallen mit voller Wucht auf die Erde. Mit viel Kraft wird hier gearbeitet. Voller Körpereinsatz ist gefragt. Dann bezieht sich der Himmel. Dunkle Wolken ziehen auf und verdunkeln das Geschehen. Die Zuschauer eilen schnell unter den Unterstand beim Gemeindezentrum am Fußballplatz. Dicht gedrängt stehen sie beim DJ. Auch beim Schankwart Helmut tummeln sich die Besucher und wollen nicht nass werden. Der DJ greift zum Mikrorfon, regelt die Musik runter: "Helmut, kannst du mich hören? Schau mal, wie viele Freunde ich habe und das, obwohl du die Getränke hast." Schallendes Gelächter durchbricht den rauschenden Regen. Die Stimmung ist gut, die Besucher des Motorsägenschnitzfestivals trotzen dem Regen. Dann schiebt sich die Sonne wieder durch die Wolken, die Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg wieder hinunter auf die Erde. Die Motorsägen heulen schon wieder auf. Die Kunstwerke werden fertig gemacht. Revierförster und Festival-Organisator Uwe Linke eilt zwischen den Orten hin und her. Stöpsel in den Ohren, hält er immer wieder ein paar Pappteller in die Höhe. "Versteigerung - ca. 19.15 Uhr" steht in großen Buchstaben darauf. Denn darum geht es beim Speedcarving. Die fertig gesägten Figuren werden anschließend versteigert.

Mit vollem Körpereinsatz kniet Jochen Groß vor seiner Skulptur. Jetzt ist es zu erkennen, was es wird - eine Eule betrachtet die Zuschauer mit großen Augen. Ganz vorsichtig und nur mit der Spitze seiner Motorsäge zieht Jochen Groß Linien in seine Figur - die Feder entstehen. Mehr als 2800 Euro kommen an diesem Abend für die Säger zusammen. "Das ist eine tolle Sache", sagt Uwe Linke. Doch auch die Jugendfeuerwehr Dobbertin kann sich freuen. "Wer nicht will, dass die Hexe vorne im Park verbrannt wird, muss sie freikaufen. Der Erlös geht an die Jugendfeuerwehr", erzählt der Revierförster ganz zu Beginn seines Festivals. Die Hexe kann aufatmen, sie bleibt und wird nicht - wie vor vielen Jahrhunderten noch in Dobbertin geschehen - auf dem Scheiterhaufen verbrannt. "Ich bekomme noch immer Geld. Wir sammeln weiter und der Erlös geht dann an die Jugendfeuerwehr Dobbertin", erzählt Uwe Linke.

Mittlerweile ist es wieder ruhig im Dobbertiner Gemeindepark. Vereinzelt liegt noch Holzspäne auf dem Boden verteilt. Der feine Holzstaub vom Sonnabend ist verschwunden. Das Lied der Motorsägen ist verstummt, die Natur hat die Geräuschkulisse im Dobbertiner Park wieder übernommen. Hier und da zwitschern die Vögel hoch oben in den Bäumen. Und die Sonne strahlt vom Himmel herab - auf die Hexenfigur inmitten der Bäume.

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