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Städte fordern Schleusenbau in Rostock : An der Brücke ist für Boote Schluss

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Bützow und Schwaan sowie die CDU-Ortsgruppe fordern den Schleusenbau in Rostock. Sonst kommt kein Boot in den Stadthafen. Und ein Wegfall der Schleuse hätte Auswirkungen auf den Ausbau des Schiffsverkehrs auf der Warnow.

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erstellt am 04.Apr.2013 | 09:40 Uhr

Ein Bauvorhaben in Rostock beschäftigt die Bützower und Schwaaner. Hat doch die Zukunft der Mühlendamm-Brücke in Rostock und der eventuelle Wegfall der dortigen Schleuse auch Auswirkungen auf die Pläne zum Ausbau des Schiffsverkehrs auf der Warnow in Richtung Ostsee.

Schon seit 2011 gibt es am Mühlendamm in Rostock nur eine Behelfsbrücke. Darüber, wann und wie dieses Provisorium beseitigt und durch einen Neubau ersetzt wird, gibt es immer noch keine Klarheit. Bei einem Treffen mit dem Infrastrukturministerium MV und der Stadt Rostock hat die Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nord unlängst bestätigt, dass der Bund seine Verantwortung für die Oberwarnow - und damit auch für den Bau von Mühlendamm-Brücke und Schleuse - abgeben will. Was das Land und die Stadt Rostock finanziell mächtig in Bedrängnis bringt. Bisher ist völlig offen, wie die Kosten für Brücke und Schleuse gestemmt werden sollen. Die bisherigen Planungen sahen ein Bauwerk mit einer Brücke und einer darunter liegenden Schleuse vor. Doch stammt diese Planung noch aus der Zeit, bevor der Bund ankündigte, das Gewässer abzugeben.

Da schon der Brückenbau alleine Rostock überfordern würde, steht nun zu befürchten, dass die Schleuse ganz und gar auf der Strecke bleibt. Was bedeuten würde, dass Schiffe und Boote von Güstrow über Bützow und Schwaan nicht mehr in den Rostocker Stadthafen kommen. Gerade dies aber wünschen sich die Städte Bützow und Schwaan seit längerem. Sie kämpfen schon seit Jahren darum, die Schifffahrt auf der Warnow bis hin zur Ostsee wiederzubeleben und haben im letzten Jahr mit den ersten Bootstouren zwischen Bützow und Schwaan einen ersten großen Schritt in diese Richtung getan.

Die beiden Bürgermeister Sebastian Constien, Bützow, und Mathias Schauer, Schwaan, haben sich bereits vor 14 Tagen in einem Brief an das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung mit der Bitte um ein Gespräch gewandt.

"Es wäre ein herber Schlag für die touristische Erschließung der Warnow, würde man den Stadthafen nicht mehr erreichen", so Sebastian Constien. Natürlich könne er die Hansestadt verstehen, die sich gerade in der finanziellen Konsolidierung befindet. "Doch wir sind der Landkreis Rostock, der rund um die Hansestadt liegt. Daraus ergibt sich auch eine Verantwortung Rostocks für die touristische Erschließung des Hinterlandes", erklärt Bützows Bürgermeister. "Wir wollen hören, was überhaupt geplant ist und welche Alternativen es für uns gibt", sagt Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer.

"Die Nichterneuerung der Schleuse in Rostock und der damit verbundene Umstand, den Hafen von Rostock nicht mehr über diese Route anlaufen zu können, geht einher mit Vermarktungsproblemen", wird in dem Schreiben an das Ministerium betont.

Für jedes Fahrgastschiff-Unternehmen sei das Anlaufen des Hafens in Rostock ein entscheidendes Kriterium für die Wirtschaftlichkeit eines regelmäßigen Schiffsverkehrs. Es habe bereits Gespräche mit einem Schifffahrtsunternehmen gegeben, das sich vorstellen könnte, ein solarbetriebenes Boot auf der Warnow einzusetzen, dies aber unter der Voraussetzung, dass die Fahrt bis in den Rostocker Hafen möglich ist, wird in dem Brief der Bürgermeister betont. Auch die CDU-Ortsgruppe Schwaan nimmt sich in einem offenen Brief des Themas Mühlendamm-Brücke an. "Sollte die Schleuse geschlossen werden und die Brücke so gebaut werden, dass keine Schiffe hindurch fahren können, wären alle Anlieger der Warnow vom Breitling und der Ostsee abgeschnitten", heißt es darin.

"Wir fordern von den Entscheidungsträgern trotz aller finanziellen Schwierigkeiten, ein Bekenntnis zur Schifffahrt von Güstrow bis zur Ostsee. Sanieren Sie die Schleuse und bauen Sie eine Brücke, die die gleiche Durchfahrtshöhe wie die in Schwaan hat", fordern die CDU-Mitglieder.

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